Bund fördert Forschung für Alternativen in der Hühnerzucht - Nordrhein-Westfalen fordert Verbot ...
Kein Küken soll mehr in den Schredder

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükenschreddern in der Eierproduktion beenden. Am Donnerstag überreichte er einen Zuwendungsbescheid über mehr als eine Million Euro an den Forschungsverbund der Universität Leipzig. Die Wissenschaftler sollen Prototypen für Geräte entwickeln, die das Geschlecht der Küken im befruchteten Ei bestimmen. Die Geräte sollen das massenhafte Töten männlicher Küken überflüssig machen. Es gebe für die Brütereien keine Rechtfertigung mehr, männliche Küken auszubrüten und zu töten, erklärte Schmidt. Sein Ziel sei es, dass das Schreddern 2017 aufhört. Mit dem Auftrag soll die Grundlage für eine flächendeckende Anwendung der neuen Technik gelegt werden. Es sei sowohl aus Tierschutz-Gründen als auch aus ethischer Sicht unerträglich, dass jedes Jahr rund 45 Millionen Küken getötet würden, nur weil sie das falsche Geschlecht hätten. "Ein Verbot ohne Alternative würde die Kükentötung lediglich ins Ausland verlagern", argumentierte der Minister. Die Linken-Politikerin Birgit Menz forderte ein "verbindliches Ausstiegsszenario". Dafür will sich am Freitag Nordrhein-Westfalen im Bundesrat einsetzen. Das Land strebt eine Änderung des Tierschutzgesetzes an, nach der es ab dem 1. Juni 2017 verboten wäre, "ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund, insbesondere zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile" zu töten. Die Bundesregierung forderte die Geflügelwirtschaft indes auch auf, auf das Schnäbelkürzen bei Legehennen und Mastputen zu verzichten. Vertreter der Branche und Minister Schmidt unterzeichneten am Donnerstag eine freiwillige Vereinbarung, die ab 1. August 2016 gilt.
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