Bund und Land wollen Stilllegung des modernsten Gaskraftwerkes verhindern
Irsching soll nicht vom Netz

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geht davon aus, dass das Gaskraftwerk im bayerischen Irsching nicht vom Netz geht. Die Bundesnetzagentur - die Gabriel untersteht - werde nach Vorliegen des Antrags prüfen, ob die beiden Kraftwerksblöcke 4 und 5 wichtig für die Stabilität der Stromnetze seien: "Dann wird der Stilllegung widersprochen." Anschließend werde Irsching in die Reserve-Kraftwerksverordnung aufgenommen, Eon erhalte Geld dafür.

Gabriel ließ erkennen, dass er den Antrag für einen Winkelzug hält. Ende März 2016 läuft ein Sondervertrag für Irsching aus. Die Betreibergruppe um Eon hatte sich 2013 gegen Millionen-Zuschüsse bereiterklärt, das Kraftwerk weiter zu betreiben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen es etwa 60 Millionen Euro pro Jahr sein. Gabriel forderte Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) erneut auf, den Widerstand gegen neue Stromautobahnen von Norden nach Süden aufzugeben. Auch die Staatsregierung will das Gaskraftwerk Irsching trotz der Schließungswünsche seiner Eigentümer weiter betreiben lassen. "Es kann nicht sein, dass Irsching vom Netz geht, während veraltete Kohlekraftwerke weiterlaufen", sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in München.

Irsching gilt als modernstes Gaskraftwerk Deutschlands. Der Betrieb ist aber unter den derzeitigen Bedingungen unrentabel, weil Gasstrom in der Herstellung vergleichsweise teuer ist und Ökostrom Vorrang bei der Einspeisung ins Stromnetz hat.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.