Bundespolizist soll Flüchtlinge gepeinigt haben

Schlimme Vorwürfe gegen die Bundespolizei in Hannover: Ein Beamter soll in einer Wache am Hauptbahnhof gefesselte Flüchtlinge misshandelt und erniedrigt haben. Er soll etwa einen Asylbewerber gezwungen haben, verdorbenes Fleisch vom Fußboden zu essen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung, wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge sagte. Es bestehe der Verdacht, dass der 39-jährige Polizist in mindestens zwei Fällen inhaftierte Männer aus Afghanistan und Marokko gedemütigt und geschlagen habe. Laut Strafgesetzbuch drohen für Körperverletzung im Amt bis zu fünf Jahre Haft.

Die Bundespolizei wollte sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Der Beschuldigte sei derzeit nicht im Dienst. Ein Disziplinarverfahren ruhe mit Blick auf die Untersuchungen. Einem NDR-Bericht zufolge sollen sich die Misshandlungen 2014 in Gewahrsamszellen der Bundespolizei-Inspektion im Hauptbahnhof Hannover abgespielt haben.

Die beiden Polizeigewerkschaften warnten vor einer pauschalen Verurteilung aller Polizisten. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl forderte, auch gegen die Kollegen des Beschuldigten zu ermitteln. "Der Skandal im Skandal ist die Tatenlosigkeit der Mitwisser in Polizeiuniform", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. (Kommentar und Seite 8)
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