Bundestag für bessere Begleitung Sterbender

Mit diesem Tagesordnungspunkt beginnen wir das vielleicht anspruchsvollste Projekt dieser Legislaturperiode.

Der Bundestag will das Thema Sterbehilfe aus der Abgeschiedenheit von Pflegeeinrichtungen herausholen. Die Abgeordneten hoffen auf eine breite öffentliche Debatte, ob Todkranke auf Wunsch Hilfe beim Sterben erhalten dürfen.

(dpa/za) Mit großem Einfühlungsvermögen hat der Bundestag eine Neuregelung für die Themen Sterbebegleitung und Sterbehilfe angestoßen. Dabei zeichnete sich am Donnerstag ein breiter Konsens für ein Verbot organisierter Sterbehilfe ab. Unterschiedliche Positionen wurden bei der Frage deutlich, ob ein Arzt auf Wunsch eines Patienten Sterbehilfe leisten darf.

Um Schmerzpatienten nicht in eine solche Notsituation kommen zu lassen, sprachen sich die Abgeordneten einmütig für den Ausbau von Betreuung und Begleitung Sterbender aus. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sicherte zu, eine flächendeckende Palliativ- und Hospizversorgung aufbauen zu wollen. Dem Bundestag lagen fünf Positionspapiere vor, die von Parlamentariergruppen erarbeitet worden waren. Es ist offen, ob alle Gruppen Gesetzentwürfe erarbeiten. Im Februar 2015 ist die erste Lesung geplant. In der Debatte meldeten sich knapp 50 Redner zu Wort. Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) sagte, mit der Menschenwürde sei es nicht vereinbar, "wenn aus dem Schutz des Lebens ein Zwang zum Qualtod würde". Hintze zählt zur Gruppe von Koalitionsabgeordneten, die fordert, dass ein Arzt des Vertrauens einem Sterbenden auf Wunsch ein tödliches Medikament zur Verfügung stellen kann. Gröhe lehnt - wie eine Mehrheit der Unionsfraktion - ärztlich assistierten Suizid ab.

Die Amberger CSU-Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger hatte in der CSU das Positionspapier mitentwickelt. "Wenn Selbsttötung und assistierter Suizid in schweren Lebenssituationen gesellschaftlich akzeptiert werden, verändern sich die Entscheidungsgrundlagen vieler Lebenssituationen", erläuterte Lanzinger vor der Debatte. "Es entsteht ein Druck auf schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen, finanziell und persönlich nicht weiter zur Last zu fallen." (Kommentar und Seite 8)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/sterbehilfe
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