Bundeswehr bleibt möglicherweise länger in Afghanistan
Kampf um Kundus

Nach dem Fall von Kundus haben afghanische Regierungstruppen eine Gegenoffensive zur Vertreibung der Taliban aus der Provinzhauptstadt begonnen. Präsident Aschraf Ghani kündigte an, Kundus werde zurückerobert. "Ich versichere der Nation, dass alles unternommen wird, die Kontrolle über die Stadt zurückzugewinnen", sagte Ghani am Dienstag in Kabul. Bei den heftigen Kämpfen um Kundus kamen bisher mindestens 33 Menschen ums Leben.

Der Fall von Kundus löste in Deutschland eine erneute Debatte über den geplanten Abzug der Bundeswehr aus Nordafghanistan aus. Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold forderte angesichts der Eroberung eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Nordafghanistan. Auch die Unionsfraktion und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen stellte den Abzug infrage. Bisher ist geplant, im Laufe des Jahres 2016 alle Nato-Truppen aus der Fläche nach Kabul zurückzuziehen. Derzeit sind noch 830 Bundeswehrsoldaten in Masar-i-Scharif und Kabul stationiert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, möglicherweise werde die Bundeswehr länger als bis Ende kommenden Jahres in Afghanistan bleiben. Steinmeier bezeichnete die Übernahme von Kundus durch die Taliban-Milizen als "dramatisches Signal". (Kommentar und Seite 3)
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