"Captain Wales" meldet sich ab

Schon im Alter von acht Jahren wurde Prinz Harry beim Besuch in Bergen-Hohne bei Lüneburg in eine Uniform gesteckt.

Als Prinz Harry acht Jahre alt war, zog man ihm auf der britischen Militärbasis bei Lüneburg einen kleinen Kampfanzug an und setzte ihn in einen Panzer. Der Junge strahlte. Seine Mutter Diana glaubte, ihr Sohn werde einmal Karriere in der Armee machen. Sie hatte recht. Bis jetzt.

Ende Februar kamen Gerüchte auf, dass der inzwischen 30-Jährige nach zehn Jahren das Militär verlassen werde, nun ist es offiziell. "Wirklich hart" sei die Entscheidung gewesen, teilte der Queen-Enkel mit. Er war gern Soldat, fühlte sich nach seinen eigenen Worten als "Captain Wales", wie er in der Armee am Ende hieß, wohler als in seiner Rolle als Prinz Harry.

Einer von vielen

Vielleicht zum ersten Mal war er bei den Truppen einer von vielen. "Er bestand darauf, wie seine Kameraden behandelt zu werden", lobte General Nick Carter. "Ich renne gern durch einen schlammigen Wassergraben und schieße, so bin ich eben", sagte Harry selbst, kurz nachdem er, wie in seiner ganzen Familie üblich, zum Militär gegangen war.

Der Vierte der Thronfolge, der sich in der Schule eher schwertat, stieg dort rasch auf. Dass er aus Sicherheitsgründen nicht in den Irak durfte, enttäuschte den Prinzen. Dafür ging es zweimal nach Afghanistan. "Jeder trägt die gleiche Uniform", sagte er dort, in Camouflage-Kleidung, in einem Interview. Er flog Kampfhubschrauber und schoss auf Taliban-Kämpfer. Mit seinem naiven Spaß am Soldatenleben erregte der Prinz Ärger, als er das Schießen im Hubschrauber sinngemäß mit Konsolenspielen verglich. Seit Januar 2014 hatte er allerdings einen Schreibtischjob und arbeitete zuletzt für ein Programm des Verteidigungsministeriums für verwundete und kranke Soldaten - ein Engagement, das er in seiner Freizeit mit Leidenschaft fortsetzt und auch nach seiner Armeezeit nicht aufgeben will.

Keine großen Pläne

Und sonst? Im Sommer werde der Prinz sich in Afrika für den Natur- und Tierschutz engagieren, hieß es aus dem Londoner Palast, langfristige Pläne gebe es noch nicht. Schon zu Harrys 30. Geburtstag im Herbst hatten sich mahnende Stimmen erhoben, er brauche ein berufliches Ziel, wenn er nicht ewig als Playboy gelten wolle. Wahrscheinlich ist ein Job im öffentlichen Dienst, wie ihn Bruder William bald bei der Luftrettung antritt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.