"Casablanca"-Star Bergman wäre 100 - Sie schockte Amerika mit einem Ehebruch
Oscars, Charme und eine Affäre

"Wenn ich meine Mutter mit einem Wort beschreiben müsste", sagt die Schauspielerin Isabella Rossellini in einem neuen Film über ihre weltberühmte Mutter, "würde ich sagen: Charme". Damit wickelte die Schwedin Ingrid Bergman (1915-1982) in "Casablanca" alle um den Finger. Ihr Auftritt an der Seite von Humphrey Bogart 1942 war der Beginn einer steilen Karriere, an deren Ende Bergman drei Oscars im Regal stehen hatte - aber genauso viele gescheiterte Ehen hinter sich. Am 29. August wäre Schwedens größter Filmstar 100 Jahre alt geworden.

Auf dem Filmfestival in Cannes in diesem Jahr hatte anlässlich des runden Geburtstags eine Dokumentation über die Schauspielerin Weltpremiere: "Jag är Ingrid" - "Ich bin Ingrid". Über zwei Stunden zeichnet der schwedische Regisseur Stig Björkman darin ein Porträt der Ikone. Die Idee dazu hatte Bergmans Tochter Rossellini. "Wollen wir einen Film über Mama machen?", fragte sie Björkman, als die beiden 2011 bei einem Dinner am selben Tisch saßen.

Schon ihr erster US-Film "Intermezzo" (1939), eine Neuauflage des gleichnamigen schwedischen Dramas von 1936, in dem Bergman ebenfalls spielt, macht sie in Amerika bekannt. Doch in Hollywood wird sie nicht glücklich. Sie langweilt sich, wohl auch in ihrer Ehe mit dem Schweden Petter Lindström, sucht einen Ausweg - und findet den italienischen Regisseur Roberto Rossellini. Dass sie von ihm schwanger wird und 1949 nicht nur Lindström, sondern auch die kleine Tochter Pia sitzen lässt, verzeihen ihr ihre amerikanischen Fans lange nicht.

Das Comeback in Hollywood schafft sie erst nach ihrer Trennung von dem Italiener: Für "Anastasia" bekommt sie 1956 ihren zweiten Oscar. In ihrem letzten großen Kinofilm "Herbstsonate" (1978) spielt sie unter der Regie ihres berühmten Namensvetters und Landsmanns Ingmar Bergman. Vier Jahre später, an ihrem 67. Geburtstag, stirbt die Schauspielerin an Brustkrebs, nachdem sie eigentlich schon geglaubt hatte, die Krankheit besiegt zu haben.
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