Chance auf Lehrstelle hängt stark vom Wunschberuf ab
Flexibel sein

Auszubildende werden dringend gesucht. So hören es Jugendliche von vielen Seiten. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht in jedem Fall. Je nach Beruf und Region kann der Bedarf an Nachwuchs sehr unterschiedlich sein. "Der Mangel an Bewerbern gilt nicht für alle Berufe und Regionen", sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

In Bayern sieht's noch gut aus

So gibt es zum Beispiel in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen wohl auch in diesem Jahr mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze. Besser sind die Aussichten in Brandenburg, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. In Stralsund, Suhl, Jena, Gera, Neuruppin, Cottbus, Potsdam, Passau und Regensburg fehlen den Betrieben die Auszubildenden. Dort ist die Suche für Jugendliche tendenziell leichter. Entscheidend ist auch der Beruf: Ausbildungen wie die zum Mediengestalter, Veranstaltungskaufmann, Fotograf oder Gestalter für visuelles Marketing sind überlaufen, so Pieper.

Berufsfelder mit Bedarf

Dagegen fehlt Nachwuchs in der Gastronomie, Hotellerie, in der Reinigungsbranche sowie bei Metzgern und Bäckern. Jugendliche sollten sich deshalb vorab genau informieren, wie die Lage am Ausbildungsmarkt bei ihnen vor Ort ist.

Gut ist für die Jugendlichen, dass heuer weniger Schulabgänger registriert wurden als in den Vorjahren. Deshalb ist die Konkurrenz voraussichtlich kleiner, erläutert Pieper. Das gilt zumindest dann, wenn die Zahl der Ausbildungsplätze nicht zurückgeht.

"Wir sehen auf dem Ausbildungsmarkt immer größere Passungsprobleme", sagte Pieper. Das zeigt ein Blick ins vergangene Jahr. 2014 konnten 37 000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig bekamen 81 000 Jugendliche keine Lehrstelle. Von ihnen gingen schließlich 21 000 ganz leer aus.

Der Rest fand Alternativen - und ging etwa weiter zur Schule. Trotz des von den Betrieben oft beklagten Fachkräftemangels gibt es derzeit also immer noch mehr suchende Jugendliche als freie Ausbildungsplätze. (tmn)
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