Chaos und Panik in Paris

Paris wird von einer Reihe von Angriffen erschüttert. Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft waren Explosionen zu hören. Dutzende Menschen sterben durch Schüsse in einer Konzerthalle. Die Terror-Attacken erinnern an den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo".

Zehn Monate nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist Paris von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert worden. Bei Anschlägen an verschiedenen Orten wurden am Freitagabend nach Medienberichten mindestens 100 Menschen getötet. Präsident François Hollande gab in einer TV-Ansprache aus dem Elysée-Palast bekannt, dass mit sofortiger Wirkung der Ausnahmezustand gilt. Die Grenzen sollen geschlossen bleiben.

Eine Stunde nach Mitternacht war das genaue Geschehen immer noch nicht überschaubar. Nach Polizeiangaben gab es Angriffe an mindestens sieben verschiedenen Orten. Dazu gehörte auch die Umgebung des Stade de France, wo ein Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich stattfand. Im Stadion waren während der ersten Halbzeit zwei schwere Explosionen zu hören.

Blutbad im "Bataclan"

In einer der bekanntesten Konzerthallen der französischen Hauptstadt, dem "Bataclan", war auch nach Stunden noch eine Geiselnahme in Gang. Dort war am Freitagabend die amerikanische Rockband "Eagles of Death Metal" vor ausverkauftem Saal aufgetreten. Die Halle fasst 1500 Zuschauer. Die Angreifer schossen nach Zeugenberichten um sich und riefen "Allah ist groß". Dabei soll es viele Tote gegeben haben. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete in der Nacht, dass die Polizei mit dem Zugriff auf den Saal begonnen hatte. Die Gegend rund um das "Bataclan" war weiträumig abgeriegelt. Sie gehört zu den beliebtesten Ausgehvierteln der französischen Hauptstadt. An Freitagabenden sind dort besonders viele junge Leute unterwegs. Hollande appellierte an seine Landsleute, angesichts der neuen Anschläge zusammenzuhalten. "Die Terroristen wollen uns in Angst und Schrecken versetzen. Man kann Angst haben, man kann Schrecken verspüren", sagte der Präsident. "Aber dem Entsetzen steht eine Nation gegenüber, die weiß, wie sie sich verteidigt. Die weiß, wie sie ihre Kräfte sammelt. Und die einmal mehr wissen wird, wie sie die Terroristen besiegen wird."

Metro-Linien geschlossen

Das Militär wurde verstärkt, um weitere Anschläge zu verhindern. Alle Krankenhäuser der Hauptstadt wurden in den Ausnahmezustand versetzt. Die Bevölkerung von Paris wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Aus Sorge vor weiteren Anschlägen wurden mehrere Linien der Metro-Untergrundbahn geschlossen.

Das Länderspiel wurde trotz der Anschlagsserie nicht abgebrochen. Anschließend verließen die Zuschauer das Stadion ohne Panik. Viele waren ratlos. Kinder hatten Tränen in den Augen. Keiner wusste genau, was geschehen war. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der die erste Halbzeit an der Seite Hollandes im Stadion verfolgt hatte, zeigte sich entsetzt. "Wir stehen an der Seite Frankreichs", sagte Steinmeier.

Die Anschlagsserie löste weltweit Entsetzen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris." US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge als "abscheulichen Versuch", die Welt zu terrorisieren. In Frankreich galten bereits vor den Anschlägen seit diesem Freitag wieder verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.
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