Charlie Sheen HIV-positiv

Charlie Sheen. Bild: dpa

Charlie Sheen hat im Leben so ziemlich nichts ausgelassen. Jetzt geht der Schauspieler mit einer dramatischen Nachricht an die Öffentlichkeit. Es geht um HIV - und Erpressung.

So offen kann nur Charlie Sheen über Sex und Prostituierte reden, über Rauschgift und Alkohol. Und über das Aids-Virus. "Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin", sagt der 50-Jährige in der "Today"-Show des Senders NBC. Aber: Er habe kein Aids, beteuern der Patient und sein Arzt live im Fernsehen. Sheen bestätigt zugleich, dass er um Millionen erpresst wurde. Genau deshalb sei er in die Öffentlichkeit gegangen. "Ich will mich selbst aus diesem Gefängnis entlassen."

Jahrelang ein Geheimnis

Kaum zu glauben, dass Hollywood dieses Geheimnis vier Jahre bewahrt hat. Er wisse "nicht so genau", wo er sich angesteckt habe. "Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an", sagt er. "Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist." Sein Arzt sagt, dass Sheen sofort auf starke Medikamente gesetzt wurde "und wir sind felsenfest davon überzeugt, dass er alles sehr verantwortungsvoll macht". Sheen beteuert, dass er kein Rauschgift mehr nehme. "Aber trinken? Ja, schon noch. Klar."

Sheen war mit der Serie "Two and a Half Men" einmal der bestbezahlte TV-Schauspieler. In der Sitcom, in der er den trinkenden Schürzenjäger spielte, kassierte er teilweise mehr als einer Million Dollar pro Folge. Die Hauptrolle verlor er 2011 nach mehreren Eskapaden. Heute sei seine finanzielle Situation "nicht großartig". Der Grund: Sheen wurde erpresst und hat dafür bezahlt. Angeblich um die zehn Millionen Dollar, hieß es von NBC. "Eine Prostituierte war bei mir, und nachdem ich gesagt hatte, ,Danke für Deine Zeit, wir werden uns nicht wiedersehen', wollte sie Geld. Sie hatte ein Foto von den Medikamenten gemacht." Dieses Geld hätten die Erpresser seinen Kindern weggenommen, sagt Sheen wütend. Gefragt, ob er noch immer zahle, sagt er: "Von heute an nicht mehr."

"Unmöglich", "unglaublich"

Musste Sheen an Frauen zahlen, die er angesteckt hatte, wie US-Medien spekulieren? "Unmöglich. Es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe", beteuert er. Und er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei. Sein Arzt Robert Huizenga betont, dass die HIV-Viren in Sheens Blut kaum nachzuweisen seien. "Es ist nur eine unglaublich niedrige Wahrscheinlichkeit, einen anderen anzustecken." Sofern man geschützten Sex hat. Nur eine halbe Stunde zuvor hat Sheen eingeräumt, dass er auch noch ungeschützten Sex hatte. "Ja, aber die beiden sind in Behandlung meines Arztes."

Sheen sei "sexuell extrem aktiv" gewesen, sagt Interviewer Matt Lauer. Ob er jetzt Klagen erwarte: "Ich bin mir sicher, dass das das Nächste ist." Sheen stottert und endet mit: "Ich kann hier nur meine Wahrheit erzählen." Derweil gibt es viel Unterstützung aber auch kritische Stimmen. Einer schreibt, bei Sheens Lebenswandel sei die Infektion eigentlich kein Wunder. Sheen darauf: "Hmm, ja, das ist nicht völlig verrückt."
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