Charme und Kompetenz
Angemerkt

Mit der Wahl von Andrea Klug als neue OTH-Präsidentin setzt der Hochschulrat auf Kontinuität. Die Juristin wirkte maßgeblich an der Entwicklung der Fachhochschule zur Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) bis hin zur Technischen Hochschule für ganz Ostbayern mit. Zudem ist die gebürtige Trausnitzerin ein "Eigengewächs" der OTH, nicht zuletzt "gezogen" vom scheidenden Präsidenten Erich Bauer. Der gewiefte Netzwerker bediente alle Register, um hier die personellen Weichen zu stellen.

Dem Informatik-Professor Christian Märtin kam vor diesem Hintergrund von vornherein lediglich die Rolle eines Außenseiters zu. Seine hochqualifizierte Bewerbung - auch wenn er am Ende des Tages deutlich unterlag - bestärkte allerdings einige Überlegungen zu den Kernkompetenzen und strategischen Zukunftsfeldern der OTH. Und befeuerte durchaus die akademische Diskussion darüber.

Jährlich steigende Studentenzahlen und immer neue Einschreibungs-Rekorde sind keineswegs naturgegeben. Andrea Klug hält deshalb Ausschau nach "neuen Zielgruppen", den "lebenslang Lernenden" zum Beispiel. Das berufsbegleitende oder duale Studium läuft vielversprechend.

Die pragmatisch ausgerichtete und mit der Wirtschaft eng verknüpfte OTH ist so schicksalhaft für die Region, dass die Öffentlichkeit weit intensiver als in Metropolen Anteil an Richtungsvorgaben nimmt. Andrea Klug wird ihr Amt mit Kompetenz und Kraft ausfüllen. Nicht nur mit Charme.

clemens.fütterer@derneuetag.de

Aus der Region Betreuerin legt Teilgeständnis ab

Weiden. (ca) Die wegen Untreue in 103 Fällen angeklagte Berufsbetreuerin hat am Montag eine Erklärung abgegeben. Einen Teil der Taten räumt sie ein: Ja, sie habe Geld für sich selbst verwendet. Summa summarum 80 000 Euro. Weitere 50 000 Euro seien ihr von einer Betreuten, einer alkoholkranken Witwe, "geschenkt" worden. Die Frau habe sie regelrecht "bedrängt", das Geld anzunehmen. Die restlichen fehlenden 100 000 Euro habe sie in bar an ihre Schützlinge zum Lebensunterhalt ausgehändigt: "ohne Quittungen".

Auch am Montag bestritten zwei Betreute - einer kam mit dem Rollator, der andere im Rollstuhl - diese Zahlungen jemals von ihr bekommen zu haben. Das Gericht befragte außerdem einen Pferdehofbesitzer aus dem Landkreis Neustadt/WN, der bestätigte, dass die Angeklagte im Tatzeitraum bei ihm einen Stall für ihre fünf Pferde angemietet hatte. Der Prozess vor dem Schöffengericht wird am 6. Juli fortgesetzt.
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