Computerspiele in der realen Welt: Investor holt die Genehmigungen ein
Alte Post als "Fluchthaus"

Ufuk Solak will den Keller der alten Hauptpost zum "Life Escape Game" umgestalten. Bilder: Hartl
Weiden. (ca) Wer hat's erfunden? Die Japaner. Sie stellen Computerspiele in der realen Welt nach. "Live Escape Games" traten ihren Siegeszug um die Welt an. Tokio, New York, London. Bald Weiden. Ufuk Solak und Mustafa Uslu wollen im Keller der alten Post ein "Fluchthaus" eröffnen.

Solak hat es im Sommer in Istanbul selbst erlebt. Sein Neffe (25) schleppte ihn in einen "Escape Room".Das Prinzip ist immer gleich: Eine Personengruppe wird in einen oder mehrere Räume gesperrt. Die Spieler haben 60 Minuten Zeit, sich zu befreien. Dazu gibt es versteckte Hinweise und Gegenstände, die Codes für Türschlösser liefern. "Die Spieler brauchen Geschick, Ideen und müssen zusammenarbeiten", erklärt Solak. Ein Spielleiter beobachtet die Teams über Kameras und gibt Tipps über Monitore oder Funk.

Solak und seine Freunde sollten als Detektive einen Mordfall lösen. "Wir haben's nicht geschafft." Spaß hatte der 38-jährige Vohenstraußer trotzdem. Und eine Geschäftsidee für daheim war geboren: "Sowas wäre auch in Weiden gut." Für Weiden schwebt Solak eher ein Horrorhaus vor. Mit seinem Kollegen Mustafa Uslu - beide arbeiten für einen Sicherheitsdienst der Army - fand er in der alten Post in der Bahnhofstraße ein geeignetes Objekt. Die Eigentümerfamilie Kabakulak würde ihm den Keller vermieten.

Solak ist gerade dabei, die nötigen Genehmigungen einzuholen: Brandschutz, Fluchtwege, Stellplätze. Nötig ist auch eine Änderung für gewerbliche Nutzung. Klappt alles, wird umgebaut und eingerichtet. Die Freunde haben schon begonnen, entsprechende Antiquitäten - wie ein altes Klavier - zu sammeln. "Schön wäre, wenn wir im Januar aufmachen könnten."

Die "Live Escape Games" auf aller Welt haben die unterschiedlichsten Themen: Mal muss eine Bombe entschärft werden. Mal werden die Teilnehmer in orange Anzüge gesteckt und spielen die Flucht von Alcatraz nach. Es gibt viele "Special Effects". Bei manchen Games greifen Schauspieler ein. Für Weiden kann sich Ufuk Solak Szenen wie im Splatter-Thriller "Saw" vorstellen. Er will die kleine Horrorshow für den Freitagabend bieten. Ein wenig Nervenkitzel für den Junggesellenabschied oder für die etwas andere Geburtstagsparty. "Das kann auch zum Teambuilding bei Firmen beitragen."

Warm und winkelig

Der 38-Jährige führt vorab schon gern mal in den Keller. Hinter Ufuk Solak fällt die Metalltür zu. Im Keller unter der Hauptpost ist es überraschend warm. Und winkelig. Solak führt durch ein Gewirr an Türen, Gängen und halbhohen Durchlässen. Ein paar Neonröhren beleuchten die Gewölbe. Der Weg zurück ans Tageslicht findet sich schnell. Noch.
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