Crystal: Bayerische Strategien

Wie Innenstaatssekretär Gerhard Eck vor kurzem im Landtag erklärte, gab es seit Jahresbeginn gut 120 Crystal-Delikte weniger als im Vorjahreszeitraum. Entwarnung könne es aber nicht geben, erklärte Eck. Steigende Aufgriffszahlen in Sachsen deuteten daraufhin, dass sich Schmuggler neue Routen suchten.

Gesunken ist die Zahl der registrierten Erstkonsumenten von Crystal Meth, und zwar von 249 auf 211. Die Zahl der Crystal-Toten liegt seit 2012 konstant bei rund 20. Regionale Schwerpunkte bei Schmuggel und illegalem Konsum waren die Kreise Wunsiedel, Tirschenreuth und Schwandorf sowie die Stadt Weiden, erhöhte Fallzahlen gab es unter anderem im Kreis Neustadt/WN.

Als "Fundament des Rückgangs" bezeichnete Eck die enge Zusammenarbeit mit Tschechien. Bewährt habe sich auch die beim Landeskriminalamt angesiedelte "Task Force Crystal Bayern", in die die Polizeipräsidien Oberfranken und Oberpfalz eingebunden seien. Als "kleinen Schritt von elementarer Bedeutung" lobte Eck das im Sommer von Polen erlassene Gesetz zur Einschränkung der Produktion der Crystal-Grundstoffe. Die illegalen Drogenküchen in Tschechien bedienten sich bislang vorwiegend aus dem Nachbarland. Auch eine neue Aufklärungskampagne soll es geben.

Der Abgeordnete Klaus Adelt (SPD) begrüßte die Maßnahmen, forderte aber weitere Anstrengungen. Der Blick müsse verstärkt auf Ausweichrouten gelenkt werden. Katharina Schulze (Grüne) verlangte mehr Augenmerk für die Prävention. Nach Ansicht von Joachim Hanisch (Freie Wähler) muss der Druck auf Tschechien zur Schließung der Drogenküchen verstärkt werden. (jum)
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