CSU schlägt vor Flüchtlingsgipfel wieder leisere Töne an - Nahles: "Wir müssen das miteinander ...
Bruch der Koalition nicht im Regie-Plan

Nach schroffen Drohungen von CSU-Chef Horst Seehofer vor dem schwarz-roten Spitzentreffen zur Flüchtlingskrise bemühen sich Koalitionspolitiker um sachliche Töne. CDU-Bundesvize Julia Klöckner befürchtet kein Auseinanderbrechen des Bündnisses. "Ich glaube, da gab es schon andere Herausforderungen in unserem Land", sagte sie am Donnerstag. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erklärte: "Wir müssen das miteinander durchstehen." Die CSU hält den Druck auf die Koalitionspartner jedoch aufrecht. Generalsekretär Andreas Scheuer widersprach Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), der Hoffnungen auf eine rasche Lösung gedämpft hatte. "Notlagen erfordern schnelle Entscheidungen und entschlossenes Handeln", sagte Scheuer. "Das Einzige, was wir in dieser chaotischen Situation nicht haben, ist Zeit und Geduld." Spekulationen über einen drohenden Bruch der Großen Koalition wurden aber auch aus der CSU zurückgewiesen. "Die Frage stellt sich jetzt nicht, und das ist auch die Debatte zur Unzeit", sagte der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte: "Weder die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft noch der Abzug der CSU-Minister aus der Bundesregierung sind hilfreiche Optionen, deshalb erwägt das auch niemand." Der Zustrom an Flüchtlingen reißt unterdessen nicht ab. Am Donnerstag kamen erneut Tausende über die deutsch-österreichische Grenze in den Freistaat. Die Bundespolizei rechnete mit rund 6500 Neuankömmlingen - ebenso vielen wie am Vortag. "Die Menschen mussten länger in der Kälte ausharren, als uns lieb war", hieß es bei der Bundespolizei. Sie könnten aber erst aus der Kälte geholt werden, wenn in den Unterkünften Platz frei geworden sei. (Seite 5)
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