Das Klima-Wunder von Le Bourget

In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel. Danke! Es leben die Vereinten Nationen, es lebe der Planet, es lebe Frankreich!

Im Kampf gegen die Erderwärmung rückt die Staatengemeinschaft zusammen. Fast 200 Länder, von der Ölmonarchie bis zur Pazifikinsel, haben sich auf ein Abkommen geeinigt. Unter Applaus und Jubelrufen feiern die Delegierten den Durchbruch - nun müssen Taten folgen.

Die Weltgemeinschaft hat mit einem historischen UN-Klimaabkommen den Abschied von Öl, Gas und Kohle eingeläutet. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "Wendepunkt für die Welt". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte: "Das ist eine echte Weichenstellung der Welt in Richtung Energiewende, eine Weichenstellung der Welt in Richtung Vernunft im Blick auf die Veränderungen des Klimas." Das Abkommen soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen. Während viele Umweltschützer einen guten Anfang sahen, wurde auch Skepsis laut.

Der französische Präsident François Hollande dankte am Samstagabend den Delegierten: "Sie waren fähig, über Ihre legitimen Interessen hinauszuwachsen." Teilnehmer fielen sich jubelnd in die Arme. Viele hatten jahrelang für das Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung gekämpft. US-Außenminister John Kerry sagte, der Vertrag sende eine "Botschaft an die internationalen Märkte". Investoren würden nun auf erneuerbare Energien setzen.

Umweltschützer reagierten meist positiv, einige euphorisch. Sie hätten sich aber stärkere Verpflichtungen und mehr Hilfe für Entwicklungsländer gewünscht. Christoph Bals von Germanwatch meinte: "Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern."

Zentrales Ziel der 195 Länder ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen - wenn möglich auf 1,5 Grad. Der Haken: Die vorliegenden nationalen Klimaschutzpläne reichen dafür bei weitem nicht aus. Und auch künftig entscheidet jedes Land selbst über seinen Beitrag. Anders als bisher ist Klimaschutz aber künftig Aufgabe aller Staaten und nicht nur der Industrieländer. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sollen nicht mehr Gase ausgestoßen werden, als an anderer Stelle - etwa durch Aufforstung - aufgenommen werden. (Kommentar und Seite 4)
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