Das Krisen-Management der Bundesregierung

Der Absturz einer deutschen Passagiermaschine mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen hat auch die Bundesregierung zu Krisenmanagement gezwungen. Im Folgenden ein Überblick.

Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab eingerichtet. Dort laufen die Fäden zusammen. Beteiligt sind unter anderem das Verkehrsministerium, das Luftfahrtbundesamt, das Bundeskriminalamt und die Lufthansa. Unter der Rufnummer 030 5000 3000 können sich besorgte Angehörige informieren.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) machten sich mit einem Regierungsflugzeug auf den Weg nach Marseille. Von dort ging es mit einem Hubschrauber weiter zur Unglücksstelle. Am Mittwoch will auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Südfrankreich reisen. In einer ersten Reaktion sagte sie: «Jetzt ist die Stunde, in der wir alle große Trauer empfinden.»
Bundespräsident Joachim Gauck brach wegen der Katastrophe einen Staatsbesuch in Südamerika ab. In Peru sagte er an die Adresse der Angehörigen: «Ich bin weit weg von Ihnen kilometermäßig und ganz nah bei Ihnen mit meinen Gefühlen und meiner Trauer.» Auf die letzte Station Uruguay verzichtet Gauck ganz.
Die deutsche Botschafterin in Frankreich, Susanne Wasum-Rainer, flog gleich nach den ersten Meldungen über den Absturz in die Unglücksregion. Auch mehrere andere deutsche Diplomaten sind vor Ort. Das Generalkonsulat in Marseille wurde personell verstärkt. Die Identifizierung der Todesopfer wird allerdings längere Zeit dauern. Nach ersten Angaben der Fluggesellschaft sind darunter 67 Deutsche.
Zugleich begannen die Planungen, wie die Opfer nach Deutschland zurückgebracht werden. Bei der Luftwaffe hieß es, noch sei kein Amtshilfeersuchen des Auswärtigen Amts für eine Rückführung mit einer Bundeswehr-Maschine eingetroffen. Eine Beteiligung der Bundeswehr an einem solchen Einsatz sei aber «nicht unüblich».