Das Land braucht kulturelle Vielfalt

An den großen Brand 1890 erinnerte die historische Feuerwehrübung. Ungenügender Wasservorrat vereitelte damals einen erfolgreichen Löscheinsatz. Bild: bir

Ein besonderes Jubiläum braucht einen besonderen Schirmherrn: Finanz- und Heimatminister Markus Söder gab sich zum Fest "800 Jahre Hofmark Thanhausen" die Ehre. Die Gastgeber erlebten einen recht volksnahen Landespolitiker.

Im Jahre 1215 verzeichnet die kleine Ortschaft die urkundliche Ersterwähnung. Den Gang durch die Geschichte schilderte bei der Jubiläumsfeier am Samstag dann Robert Birkner. In einem Vortrag gab er einen kleinen Einblick über die Historie der Hofmark Thanhausen. Viele interessante Details hat Birkner auch in einer Festschrift/Teilchronik zusammengestellt. Dort lässt sich die Geschichte des Ortes nachlesen.

Lockeres Gespräch

Seinen Auftakt nahm das Jubiläumsfest schon am Freitag mit einem Zoiglabend, bei dem die "Falkenberger Karpfenmusik" mit zünftiger Musik die Besucher unterhielt. Weiter ging es am Samstagabend mit einem Standkonzert der Blaskapelle Thanhausen auf dem Schlossplatz, die viel Beifall für ihre musikalischen Darbietungen erhielt.

Im Anschluss erwarteten die Thanhauser mit Spannung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzweckhalle die Ankunft des Ehrenschirmherrn Dr. Markus Söder, der bereits etwas früher erschienen war und sich so auch Zeit nehmen konnte für ein lockeres und direktes Gespräch mit den Thanhauser Bürgern vor der Mehrzweckhalle.

Begrüßt wurde der hochkarätige Gast in der Mehrzweckhalle von der Blaskapelle Thanhausen mit dem Bayerischen Defiliermarsch. Festleiter Michael Heldwein betrachtete es als eine besondere Ehre für die Ortschaft Thanhausen, dass der Staatsminister die Ehrenschirmherrschaft für dieses Jubiläum übernommen hatte und sich vor allem auch die Zeit genommen hatte persönlich zu erscheinen und ein Grußwort zu sprechen.

Sichtlich gut gelaunt betonte Markus Söder anschließend in seinem Grußwort, dass er gerne nach Thanhausen gekommen sei. Humorvoll auch seine Rede, bei der der "Funke" sofort auf die Besucher übersprang und er mehrmals spontanen Beifall bekam. Besonders wichtig, so Söder, sei für ihn der ländliche Raum mit seiner kulturellen Vielfalt. Hier müssen zentrale Akzente gesetzt werden. Denn es gelte die Bayerische Heimat zu bewahren. Der ländliche Raum muss Zukunft für die Menschen haben. Söder: "Und deshalb kämpfe ich auch für unseren ländlichen Raum, vor allem, dass die Städte, Gemeinden und Landkreise mehr Geld bekommen." Denn der Freistaat Bayern sei ein wunderbares Land - es gibt kein schöneres! "Wir sind nicht am Rande von Bayern, wir sind in der Mitte von Europa", so Söder.

Bürgermeister Alfred Stier betrachtete es ebenfalls als eine Ehre, einen hochkarätigen bayerischen Minister in der Gemeinde Bärnau begrüßen zu dürfen. Als besonderes Gastgeschenk überreichte er an Dr. Markus Söder ein Porträt des Ministers, das aus fast 2000 Knöpfen aus den verschiedensten Materialien gefertigt war. Auch MdB Reiner Meier und MdL Tobias Reiß betonten in ihren Grußworten, dass die Bürger von Thanhausen stolz auf ihre 800-jährige Geschichte sein dürfen und dies auch in einem gebührenden festlichen Rahmen feiern.

Alte Sterbebilder

Auf sichtliches Interesse stieß auch die Fotoausstellung mit Bildern aus vergangenen Zeiten, die Herbert Franz und Robert Birkner zusammengestellt hatten. Ebenso eine Sammlung von alten Sterbebildern, die von Georg Sollfrank zur Verfügung gestellt wurden.

Für die musikalische Umrahmung des Festabends sorgte in bewährter Weise die heimische Blaskapelle Thanhausen unter ihrem Dirigenten Alexander Franz. Am Sonntag bewegte sich dann ein imposanter Kirchenzug unter der Beteiligung vieler Vereine aus der Großgemeinde und angeführt von der Blaskapelle Thanhausen von der Mehrzweckhalle zur Schlosskirche.

Für den Festgottesdienst war auch hochkarätiger Besuch aus dem Bistum Regensburg erschienen. Domkapitular Prälat Peter Hubbauer zelebrierte zusammen mit Stadtpfarrer Johann Hofmann den Gottesdienst in der kleinen festlich geschmückten Schlosskirche. In seiner eindrucksvollen Predigt betonte er unter anderem, dass vor allem der Glaube eine große Hilfe ist, das Leben zu bewältigen und uns stützt und immer wieder weiterhilft.

Eine historische Übung am Nachmittag der Feuerwehr Thanhausen erinnerte an den Großen Brand von 1890. Dabei standen die Männer den wütenden Flammen in einem aussichtslosen Kampf gegenüber. Ungenügender Wasservorrat vereitelte einen erfolgreichen Löscheinsatz. Die wenigen Pumpen, Röhrenkästen und Grundwasserbrunnen konnten den Löschwasserbedarf nicht decken. Mehr als ein Drittel der Anwesen von Thanhausen fiel diesem verheerenden Großbrand zum Opfer.
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