Das Megathema Flüchtlinge

Das derzeit die Republik bewegende "Megathema Flüchtlinge" ließ Regierungspräsident Axel Bartelt bei seiner Visite in Ammerthal nicht außen vor. Es sei geradezu "erschütternd, was da zu sehen ist", sagte er angesichts "des Leides, das da an den niederbayerischen und oberbayerischen Grenzen zu erleben ist".

Zwischen 200 und 300 Flüchtlinge müssten derzeit täglich im Regierungsbezirk aufgenommen werden. 3000 Plätze habe die Oberpfalz an Kapazität - und "die wird am kommenden Wochenende ausgeschöpft sein", sagte Bartelt voraus. Dann stelle sich die Frage, wie es weitergehe. Der Regierungspräsident appellierte an die Gemeinden in der Oberpfalz: Während einige schon SOS funkten, gebe es von den 323 Gemeinden immer noch 80, "die keine Flüchtlinge aufgenommen haben".

Klar sei: "Jeder Platz wird gebraucht." Demnächst werde die Pionierkaserne in Regensburg auf 1700 Plätze ausgebaut. "Nach Papier ist etwa mit einer Millionen Flüchtlingen und Asylanten jährlich zu rechnen", sagte Bartelt. Davon müsse Bayern 150 000 aufnehmen, die Oberpfalz davon wiederum 8,8 Prozent. Im Landkreis Amberg-Sulzbach müssten deshalb noch 230 Plätze eingerichtet werden. Freilich: Niemand kenne exakte Zahlen und wisse, wie viele Menschen wirklich ins Land strömen.

"Eine Million können wir wohl schaffen", meinte der Regierungspräsident - "aber wie's dann weitergeht ist nicht klar." Derzeit jedenfalls sei "kein Ende abzusehen", räumte er ein. "Wir müssen möglichst alles tun, dass Asylbewerber unterkommen. Aber wenn die Tendenz anhält, sind die Möglichkeiten begrenzt." Wenn es um wirtschaftliche Flüchtlinge gehe, "dann wird man wohl in Deutschland sagen dürfen, wo unsere Grenzen sind, ohne dass man in eine bestimmte Ecke gestellt wird", fügte er hinzu.

Alle müssten freiwillig ihren Beitrag leisten, appellierte Bartelt an die hiesigen Kommunen - aber auch an die Nachbarn Tschechien, Ungarn und Österreich. (e)
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