Das sagen die Anderen

"Mögliche Folgeschäden durch den massiven Harvester-Einsatz" befürchtet Jürgen Holl, Leiter der Kreisgeschäftsstelle des Bund Naturschutz (BN) in Weiden. Er sieht "wirtschaftlichen Druck" auf das "gewinnorientierte Unternehmen Staatsforsten". Durch die optimierte Waldbewirtschaftung bleibe auch für die Holz-Selbstwerber kaum noch etwas übrig.

Ansonsten erkennt Holl "keine aktuellen Konfliktfelder". Er lobt die Umwandlung der Fichten- und Kieferwälder in einen stabilen Mischwald: "Hier sind wir auf einem guten Weg." Auch bei verschiedenen Projekten sei die Zusammenarbeit mit den Staatsforsten sehr gut.

"Mit einer Ausnahme gab es keinerlei Probleme", sagt Gerhard Hösl, Leiter der Unteren Forstbehörde beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) . Einzig beim Einschlag entlang der Straße zwischen Weiden und Parkstein (wir berichteten) sei es zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen: "Das war grenzwertig. Es ist unsere Pflicht zu sagen, was geht und nicht geht."

Hösl unterliegt die hoheitliche Aufgabe der Forst-Aufsicht, damit die rechtlichen Bestimmungen des Wald- und Jagdgesetzes eingehalten werden. So fallen in seine Zuständigkeit "alle Belange des Walds" wie zum Beispiel Rodungen und Erstaufforstungen, Wasserschutz, Straßenbau oder Bau- und Gewerbegebiete am Wald.

Die Zuständigkeit der in Pressath sitzenden Behörde umfasst 68 000 Hektar. "Als zwingend notwendig" für die Waldbewirtschaftung erachtet Hösl den Forst-Wegebau. Eindeutig positioniert er sich beim Thema "Wald vor Wild": "Der Waldumbau hat absoluten Vorrang, um unsere Wälder fit für den Klimawandel zu machen." Der Wildbestand sei deshalb zu reduzieren.

Von einer "reibungslosen Zusammenarbeit" spricht auch Michael Bock, hauptamtlicher Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neustadt-Süd , in der die Privatwaldbesitzer vereinigt sind. "Die Staatsforsten haben den politischen Auftrag, Geld zu verdienen: im positiven wie im negativen Sinn." Der Holzeinschlag habe jedoch nicht zugenommen, er erfolge konzentrierter. Bock lobt die BaySF als den wohl "professionellsten Forstbetrieb in Europa". (cf)
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