Das Super-Cowgirl

Yippppiiiieeee! Es geht wieder richtig ab in der nordamerikanischen Provinz! Dafür zuständig ist eine (relativ) junge Wilde namens Monique Staffile, eine Art Super-Cowgirl, dass den etwas eingestaubten Genres "Country" und "Southern Rock" zu sattem neuen Glanz verhilft.

Natürlich erledigt "Her", wie die Anfang-30erin sich in der Öffentlichkeit nennt, diesen Job nicht alleine, sondern weiß eine großartige fünfköpfige - rein männlich besetzte - Truppe hinter sich. "Her & Kings County" nennt die Formation sich. "Kings County" übrigens, das als Information für Außenstehende, ist der Slang-Ausdruck von Brooklyn-Bewohnern für ihr geliebtes Viertel. Und aus ebendiesem Brooklyn stammt die Truppe, auch wenn sie musikalisch wie textlich das zwar raue, gleichzeitig vitale Leben auf dem Land preist.

"Her & Kings County" wurden 2004 ins Leben gerufen, haben seither sieben Alben veröffentlicht und genießen in ihrer Heimat mehr und mehr Kult-Status selbst in der eher reaktionären Country-Szene. Kein Wunder, denn der Sechser steht ganz in der Tradition von Ikonen wie den Allman Brothers, Ozark Mountain Devils (von denen sie ein Lied gecovert haben) oder Black Oak Arkansas. Gleichzeitig gesellt sich, dank Monique, aber auch hipper Stoff á la Kesha oder Pharell Williams dazu, man hat die Blondine bereits des öfteren als die "Pink des New Country" bezeichnet.

Schlüpfrige Texte

Und dazu kommen nicht selten schlüpfrig-frivole Texte von Ms. Staffile, die etwa in einem ihrer größten Hits knackigen "white-trash-country-boys" sexuell den Vorzug vor langweiligen Großstädtern gibt: "Ich bin selbstbewusst", röhrt das Brooklyn-Girl herrlich vulgär, "ich lebe für den Tag, ich suche mir die Jungs aus, die ich flach legen möchte. Heißt konkret: Ich bin eine Monster-Schnitte!"

Mit der gerade erschienenen Kompilation "Raise A Little Hell" (Rough Trade) will das Sextett seinen Neo-Country-Rock endlich auch in die ganze Welt verbreiten, vor allem durch Konzerte, nachdem seine Platten außerhalb der USA bislang nur über teure Import-Wege zu bekommen waren: "Das klappt bestimmt mit unserem weltweiten Durchbruch", lacht Monique, "ganz einfach weil ich daran glaube. Und wenn ich an etwas fest glaube, darf die Welt sich warm anziehen. Ich setze immer meinen Willen durch!"

Monique Staffile strotzt nur so vor Energie und Lebenslust. Und vor Humor, wie sie glaubwürdig beteuert: "Ich nehme mein Dasein nicht sehr ernst", kichert sie, "deshalb steckt in meinen Texten auch jede Menge Augenzwinkern. In der heutigen Zeit ist es super, eine Frau zu sein, sofern man tough ist. Daher benötige ich auch kein Image. Wer mir über den Weg läuft oder mich auf der Bühne sieht, bekommt immer dieselbe Person. Wie öde wäre das denn, eine Rolle spielen zu müssen. Mir bringt es viel mehr Spaß, einfach nur ich selbst zu sein. Ich komme sehr gut mit mir selbst aus."

Auch mit dem Umstand, dass sie die Hälfte des Jahres on the road ist, und das mit fünf ziemlich coolen Kerlen, bereitet Monique keinerlei Kopfzerbrechen: "Ich bin der Boss der Firma, das wissen die Jungs", giggelt Ms. Staffile. "Obwohl sie nach außen hin abgeklärt tun und auch immer wieder mal ein Groupie abkriegen, ist es zwischen uns ein ungeschriebenes Gesetz, dass ich bestimme, wo es bei dieser Band lang geht."

Durchgeknallte Partys

"Her & Kings County" kommen schon auf ihren Tonträgern wild und verwegen daher. Während ihrer Konzerte gibt es allerdings kein Halten mehr, verspricht Monique: "Jeden Abend feiern wir mit unserem Publikum durchgeknallte Partys", freut sich die Lebenshungrige, "auf Tour wird von uns jede Menge Bier gnadenlos vernichtet, bevorzugt lokale Sorten." Mit dieser Live-Grundeinstellung stehen "Her & Kings County" ganz in der Tradition ihrer "Southern Rock"-Idole wie Lynyrd Skynyrd oder den Allman Brothers: "Das waren echte "Road-Dogs", die sich ihr Leben hauptsächlich in der Fremde eingerichtet hatten", ist Monique überzeugt. "Sie haben den "Sex & Drugs & Rock-'n'-Roll-Lifestyle praktiziert, unbeirrt. Genau das tun wir auch. Vermutlich sind wir die letzten Rock-Anarchisten. Und das ist gut so."

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"Her & Kings County" spielen am 20. Januar (20. Uhr in der Fürther "Kofferfabrik (Lange Straße 81).

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.facebook.com/herandkingscounty
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