Dauerbrenner Abwasser

Vor einem möglichen Anschluss an das Klärwerk Wurz lässt der Püchersreuther Gemeinderat die über 20 Jahre alte Anlage einem "TÜV" unterziehen. Den über 20 000 Euro teuren Auftrag erhielt das Ingenieurbüro Zwick in Weiden. Bild: arw

Positiv steht der Gemeinderat einer Resolution gegen das Fracking im Weidener Becken gegenüber. Die selbe Unterstützung erfahren die zwölf Bürger aus Ilsenbach und Püchersreuth, die zudem das Freihandelsabkommen mit den USA ablehnen.

Püchersreuth. (arw) Für Bürgermeister Rudolf Schopper ist die Beunruhigung der Bürger aus Püchersreuth und Ilsenbach berechtigt. Selbst Bürgermeister und Gemeinderat würden fast entmündigt, meinte Schopper zu CETA, TTIP und TiSA, die man als "Gefährdung kommunaler Handlungsspielräume durch das Freihandelsabkommen" im Sammelbegriff bezeichne.

"Wir müssen die Sache sehr ernst nehmen", sagte Schopper. Auch seine Stellvertreterin Maria Sauer ist nicht begeistert. Es werde alles hinter verschlossenen Türen verhandelt. "Wir können nichts machen." Die Gemeinderäte Jürgen Bartmann und Josef Witt sahen dies genauso.

An alle Abgeordneten

Michaela Treml will, dass die Bürger die Möglichkeit bekommen, die Petition bei den Bürgermeister-Sprechstunden zu unterschreiben. Dies dürfte mehr Wirkung bei den Bürgern zeigen, als wenn die Liste in der VG aufliege, meinte Treml. "Wir werden dies Entschließung an alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten, egal welcher Partei, schicken", versicherte Bürgermeister Schopper.

Genauso will die Gemeinde mit dem Fracking im Weidener Becken verfahren. Zudem will Schopper erreichen, dass sich die anderen Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft anschließen.

Ein Dauerthema bleibt im Gemeinderat das Thema Abwasser für Püchersreuth und Ilsenbach. Wie bereits mehrfach berichtet, muss die Kläranlage in Püchersreuth dringend saniert, erneuert oder abgebrochen werden. Eine Alternative sei auch der Anschluss an den Abwasserzweckverband Neustadt/Altenstadt/Störnstein.

Es wurde zwar schon die Möglichkeit ins Auge gefasst, mit einer neuen Leitung an die Kläranlage in Wurz anzudocken. Die Kapazität sei vorhanden, hatte es immer geheißen. Ein Beschluss wurde nie gefasst. Jetzt wird ein Vertrag mit dem Ingenieurbüro Zwick geschlossen, um die Möglichkeiten auszuloten und die Kosten zu ermitteln. Bei einem Anschluss an den Abwasser-Zweckverband müsste Püchersreuth einen "Einstand" zahlen, wusste Bürgermeister Schopper.

Bereits 2013 hätten die Behörden die Gemeinde aufgefordert, die über 20 Jahre alte Wurzer Kläranlage auf ihre Werte zu überprüfen. Bei besseren Abwasserwerten könnten sich die Zahlungen verringern. Die Betriebserlaubnis gelte noch bis 2033, so Schopper. Für die Prüfung durch das Ingenieurbüro Zwick muss die Gemeinde 20 000 Euro plus Steuer berappen.

Bald auch im Internet

Witt wollte wissen, wann es mit der Waldflurbereinigung weiter geht und wann die Internetseite der Gemeinde fertig ist. Mit der Flurbereinigung werde diese Woche noch begonnen, und der Internetauftritt soll dieses Monat erfolgen, informierte der Sitzungsleiter.

Erneut kam das Heimatbuch zur Sprache. "Es kann zwar jeder seinen Unmut äußern, aber wir werden nicht viel erreichen", sagte der Bürgermeister dazu. Und weiter: "Wir sind mit einer sachlichen Art an die Öffentlichkeit gegangen." Zur Sprache kam auch die Zahlung an Professor Dr. Konrad Ackermann. Laut Kassenbeleg seien 1994 an den Historiker für die Erstellung des Heimatbuches 5000 D-Mark überwiesen worden. Weitere Beträge seien für diesen Zweck nicht bezahlt worden.

Nur eine Versammlung

"Wir sind zwar mit mehreren Ortsteilen eine Gemeinde, und wir gehören zusammen, darum wird es in Zukunft nur eine Bürgerversammlung geben", kündigte Schopper an. In diesem Jahr fänden noch zwei Bürgerversammlungen statt. Die erste findet am 29. Januar um 19.30 Uhr im Gasthaus Miedl in Ilsenbach und die zweite am 3. März um 19.30 Uhr im Gasthaus Schedl in Wurz statt.
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