Dem Schutzpatron verpflichtet

Die Leonhardikapelle ist direkt an die Pfarrkirche in Beidl angebaut. Der Heilige selbst ist der Mittelpunkt am Rokoko-Hochaltar. Die beiden Pestheiligen Sebastian (links) und Rochus (rechts) erinnern an die Zeit als die Pest die Menschen dahinraffte. An der Rückwand im Kapelleninneren zeugen zahlreiche Votivtafeln von der Jahrhundertlangen Verehrung des Heiligen. Bild: hfz

Tief verwurzelt im Glauben halten die katholischen Christen aus Beidl und Pilmersreuth an der Straße das Versprechen, dass ihre Vorfahren vor 300 Jahren gaben. Am Leonharditag, am Samstag, feiern sie das Fest zu Ehren des Heiligen Leonhards.

Die Pfarrgemeinde Beidl feiert am kommenden Samstag, 8. November, das Fest zu Ehren des Heiligen Leonhard, der Nebenpatron der Pfarrei Beidl ist. Der Festgottesdienst beginnt um 9 Uhr. Zelebrant und Festprediger ist Kaplan Maximilian Roeb aus Tirschenreuth. Musikalisch mitgestaltet wird er vom Kirchenchor mit einer Messe von Anton Bruckner sowie Lob- und Preisgesängen.

Wallfahrt nach Beidl

Am Leonharditag feiert gleichzeitig die Ortschaft Pilmersreuth an der Straße das altherkömmliche "Pilmersreuther Amt" mit. Die Pilmersreuther pilgern zu Fuß nach Beidl. Die Wallfahrt findet bei jedem Wetter statt. Treffen ist um 7.30 Uhr an der Bushaltestelle.

Vor 300 Jahren wurden die Bauernhöfe von Pilmersreuth von einer schweren Tierseuche betroffen. In dieser verzweifelten Situation riefen sie in ihrer Not und Angst den Heiligen Leonhard an und baten um seine Fürsprache. Mit dem Versprechen jährlich zum Leonharditag nach Beidl zu pilgern und dabei ein Heiliges Amt zu feiern und aufzuopfern. Die an die Pfarrkirche Beidl angebaute, prächtige Leonhardikapelle erinnert an die langjährige Verehrung des Schutzheiligen. Damals wie heute wird St. Leonhard bei Krankheiten der Nutz- und Haustiere angerufen. Am Hochaltar in der Leonhardikapelle Beidl ist er der Mittelpunkt. Darüber wacht das Auge Gottes in einem Fenster. Die beiden Pestheiligen Sebastian und Rochus links und rechts vom Heiligen Leonhard sind damals bewusst angebracht worden, um an die grausame Pestzeit zu erinnern. Diese kleine und sehr feine Kapelle wird immer wieder im Jahresverlauf von fremden Gläubigen aufgesucht.

Das Kleinod mit seinem Rokokoaltar, filigranen Akanthusschitzereien, dem prächtigen Deckengemälde und den vier farbigen Kirchenfenstern mit der Gottesmutter Maria, ihrem Bräutigam dem Heiligen Josef und den Heiligen Rupert und Emmeram, laden zum stillen Gebet und Verweilen ein.

Votivtafel von 1767

Von der Jahrhundertlangen Verehrung des zweiten Patrons in der Pfarrei zeugen die Votivtafeln an der Rückwand im Kapelleninneren. Die verweisen auf die wundersamen Hilfen durch die Fürsprache des Heiligen Leonhard bei Krankheiten an Menschen und Tieren sowie bei schweren Unfällen mit den damaligen landwirtschaftlichen Zugtieren und deren Wagen und Gespannen.

Die älteste Votivtafel stammt aus dem Jahre 1767. Eine andere beeindruckende von 1818 zeigt einen, unter dem Wagenrad liegenden hemdsärmeligen Bauern. Das Gespann wird von vier Ochsen gezogen. Darunter steht:" Xaver Franz Donhauser hat zum Andenken an seinen im Jahre 1818 verunglückten Bruder diese Tafel errichtet."
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