Der Backofen im Zentrum von Iber hat jede Menge Fans - Brot, Pizza & Co.
Da genießt das ganze Dorf

Eine Besonderheit für den Zusammenhalt im Leben der Dorfgemeinschaft ist der Backofen auf dem Dorfplatz.

Nachdem in den Nachkriegsjahren die - überwiegend in Privatbesitz befindlichen - Backöfen abgebrochen worden waren, entstand in der Bevölkerung zusehends der Wunsch, wieder einen Backofen zu errichten. Nach der Gründung des Gartenbauvereins Iber und Umgebung im Jahre 1989 wurden die Überlegungen für dieses Unternehmen immer konkreter.

Vereinsvorsitzender und Ortssprecher Eduard Eckl sowie der Mauerer und Landwirt Andreas Hubmann trugen sich, unabhängig voneinander, schon längere Zeit mit dieser Idee. Die beiden wurden so zu den Hauptakteuren der Backofen-Aktion.

Im Zuge des Feuerwehrhausneubaus nahmen die Überlegungen bezüglich eines neuen Ofens konkrete Formen an. Als Glücksfall erwies sich dabei der Kauf der Sperberwiese neben dem freigelegten Leherbach durch die Marktgemeinde Hahnbach.

Dabei handelte sich der damalige Bürgermeister Josef Graf von manchen ihm "nahestehenden" Freunden zunächst mächtig Kritik ein. Doch durch den Kauf wurde es möglich, dass im Februar 1998 vom Gartenbauverein das Vorhaben eines Backofen-Baus beschlossen werden konnte.

Dank großer Eigenleistung seitens der Dorfbewohner und von Baufachleuten aus den Nachbardörfern konnten bereits im Juli 1998 zum ersten Mal Brotkuchen, Ofensizter und Pizzen gebacken werden. Das Backofenfest hatte somit Premiere.

Die ganze Dorfgemeinschaft zeigte sich ungemein stolz auf das im Oberpfälzer Baustil errichtete Bauwerk, welches nach Überzeugung aller eine Bereicherung des Ortsbildes und des Dorfplatzes darstellt. Zeitgleich zur Baumaßnahme richtete Andreas Hubmann in seiner Garage eine Backstube ein.

Inzwischen gehören die Backofenfeste während der Sommermonate zum festen Bestandteil im Leben der Dorfgemeinschaft. Wie ein Lauffeuer spricht es sich bei den "Iberingern" und in den Nachbarortschaften herum, wenn der Backofen im Zentrum des Dorfes angeheizt wird. Dabei steht nicht nur die Versorgung der Dorfbewohner mit original Holzofenbrot im Vordergrund, sondern natürlich auch der Gedanke von Geselligkeit untereinander.

Ein eingespieltes Backteam um Eduard Eckl kümmert sich zur Organisation solcher Feste in der benachbarten Backstube gemeinsam mit Roswitha Hubmann um die Vorbereitung der herzhaften Köstlichkeiten. Wenn der Ofen mit den brennenden "Holzmeterbrigln" die richtige Temperatur erreicht hat, können die Roggenbrotlaibe mit ihrem einzigartigen Geschmack "eingeschossen" werden - und finden bald darauf reißenden Absatz. Die Kundschaft ist dabei gut beraten, ihren Bedarf schon bei Bekanntwerden der Aktion anzumelden. Quasi als Nebenprodukt werden zur Verpflegung beim Fest Pizzen und Flammkuchen gebacken. So findet auch über die Ortsgrenzen hinaus dieses Original seine Fans und sorgt für gute Unterhaltung- bei Vereinsfeiern, Verabschiedungen von Besuchergruppen und beim alljährlichen Ferienprogramm für die Kinder der Marktgemeinde.

Die größten Komplimente lauten dann beispielsweise "Nur in Italien könnte die Pizza besser schmecken". Nicht selten gesellen sich zu den Gästen auch spontan Musikanten und sorgen für entsprechende Kurzweil an den Sommerabenden.
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