Der Diebstahl

Die Inschrift am Tor zum KZ-Dachau hatte der kommunistische Häftling Karl Röder auf Geheiß der SS anfertigen müssen. Die Parole "Arbeit macht frei" prangte als Toraufschrift auch über anderen Konzentrationslagern. Sie geht auf den missbrauchten Titel eines 1873 veröffentlichten Romans des Schriftstellers und Sprachwissenschaftlers Lorenz Diefenbach zurück. Darin gelangt ein Spieler und Betrüger durch geregelte Arbeit auf den Pfad der Tugend zurück.

Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur. Der Hintergrund der Tat eine Woche vor dem Jahrestag der Pogromnacht am 9. November ist unklar. Es seien einige Hinweise eingegangen, denen die Polizei nun nachgehe, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Dachau, Thomas Rauscher. Der Staatsschutz sei eingeschaltet. Die Polizei prüfe einen Neonazi-Hintergrund, es werde aber in alle Richtungen ermittelt. Sicherheitskräfte hatten das Fehlen der Tür am Sonntag entdeckt.

Bereits vor etwa fünf Jahren hatten polnische Diebe im Auftrag schwedischer Neonazis aus der Gedenkstätte Auschwitz ebenfalls den Schriftzug "Arbeit macht frei" gestohlen. Er konnte aber innerhalb weniger Tage sichergestellt werden; die Täter wurden verurteilt. (dpa)
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