Der Kanzler bleibt an Bord

Als Kanzler leitet Ludwig von Stern die Verwaltung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Neuwahl eines Präsidenten zu organisieren. Bild: Hartl

Präsident Erich Bauer verlässt nach zwölf Jahren die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden. Die Suche nach einem Nachfolger koordiniert der Kanzler der OTH, Ludwig von Stern. Ein Job, fast wie der des Kardinaldekans bei der Papstwahl.

Mit der Ankündigung Professor Erich Bauers (55), nach dem Sommersemester nicht mehr für das Präsidentenamt zur Verfügung zu stehen, ist an der OTH zwar keine Sedisvakanz eingetreten. Trotzdem muss die Nachfolge des Hochschulchefs frühzeitig geplant werden. "Das Prozedere ist genau vorgegeben", betont der Kanzler der Hochschule, Ludwig von Stern. Als Leiter der OTH-Verwaltung kommt ihm in der Übergangsphase laut bayerischem Hochschulgesetz eine Schlüsselstellung zu.

"Konklave" Anfang Juni

Am Samstag erfolgte mit der Ausschreibung der Präsidenten-Stelle in den Fachmedien der Startschuss für den Prozess der Neuorientierung. Der Nachfolger von Präsident Bauer wird nicht einfach vom Wissenschaftsministerium eingestellt, sondern von den Leitungsgremien der Hochschule bestimmt. "Neuwahl eines Wahlbeamten" heißt dieser Vorgang im Amtsdeutsch, Wahlleiter ist der Kanzler.

Natürlich müssen die Bewerber einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Die entscheidende ist neben der wissenschaftlichen Qualifikation die Führungserfahrung. "Die Kandidaten sollten entweder bereits eine Hochschule oder ein Unternehmen geleitet haben", erklärt von Stern. Bis 30. März müssen die Bewerbungen beim Kanzler eingegangen sein. Dann nehmen der Vorsitzende des Hochschulrats, Christian Engel, und der Chef des Senats, Professor Ulrich Müller, das Heft in die Hand. Beide sichten die eingegangenen Dokumente und erstellen daraus einvernehmlich eine Liste mit Kandidaten der engeren Wahl. "Wie umfangreich diese Liste ausfällt, ist den Vorsitzenden von Hochschulrat und Senat vorbehalten", erklärt der Kanzler. "Sie bestimmen, wer und wie viele Bewerber in die engere Wahl kommen." Wenn die Vorschlagsliste steht, geht es quasi ins Konklave: Die 16 Mitglieder des Hochschulrates schreiten zur Wahl. "Ich gehe davon aus, dass das Anfang Juni der Fall sein wird", sagt von Stern. An einem Vormittag stellen sich die einzelnen Bewerber dem Gremium vor, am Nachmittag wird abgestimmt, bis ein Kandidat die Mehrheit der Stimmen auf sich vereint. Fehlt eigentlich nur noch, dass weißer Rauch aus dem Verwaltungsgebäude der OTH aufsteigt. Der neue OTH-Präsident hat dann etwa vier Monate Zeit, um sich intensiv auf seinen neuen Job vorzubereiten. Professor Erich Bauer leitet die Hochschule noch bis zum Start des Wintersemesters. Es beginnt am 1. Oktober. An diesem Tag nimmt sein Nachfolger die Arbeit auf. Er ist für sechs Jahre gewählt.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oth-aw.de
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