Der seltsame 9. November
Merk-würdig

Weiden. (jrh) Für viele hätte der 9. November, dieser emotionale "Durchbruch", als deutscher Nationalfeiertag nähergelegen, als der 3. Oktober: der Tag, an dem die deutsche Wiedervereinigung mit dem Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland vollendet wurde. Doch ein Blick auf andere Jubiläen dieses Tages zeigt, was gegen den 9. November spricht.

9. November 1313: In der Schlacht von Gammelsdorf rangen der Wittelsbacher Herzog Ludwig IV. von Oberbayern und der Habsburger Friedrich der Schöne um die Vorherrschaft im Herzogtum Bayern - Auftakt einer Reihe von Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung zwischen dem Haus Wittelsbach und dem Haus Habsburg.

9. November 1918: Die Novemberrevolution verwandelte nach dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) das Deutsche Reich in eine parlamentarisch-demokratische Republik. Am 9. November 1918 verkündete der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann aus einem Fenster des Reichstags das Ende des Kaiserreichs.

9. November 1923: Adolf Hitler erklärte am Abend des 8. November im Münchner Bürgerbräukeller die Reichsregierung für abgesetzt und verkündete eine nationale Revolution. Am nächsten Morgen versuchte Hitler mit einem Marsch auf die Münchner Feldherrnhalle die Staatsgewalt an sich zu reißen. Der Putsch endete blutig, Hitler entkam leicht verletzt, wurde aber am 11. November festgenommen.

9. November 1938: "Reichskristallnacht" der Novemberpogrome. Vom 7. bis 13. November 1938 wurden etwa 400 Juden ermordet. Über 1400 Synagogen, tausende Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe wurden zerstört.
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