Der steile Aufstieg zum K(A) 2

Jetzt heißt es also KA 2. Das Kümmersbrucker Hallenbad. Heißt es. Ob es dann wirklich so genannt wird, wird sich erst noch zeigen. Am Ende bleibt es schließlich den Kümmersbruckern (und auch den Auswärtigen, die es künftig anlocken soll) überlassen, ob sie diesen Namen, den sich die CSU fürs neue Aktivbad ausgeguckt hat, überhaupt in den Mund nehmen wollen.

Kurz ist er, der neue Name. Damit haben Bürgermeister Roland Strehl und seine Unterstützer zweifellos Recht. Die Langform - Kümmersbrucker Aktivbad mit zwei Becken - ist dagegen schon ein wenig sperrig. Das liegt übrigens nicht unbedingt am zweiten Becken. Gegen das wiederum hatte sich die rote Hälfte des Gemeinderats gesperrt. Vergeblich.

Doch das Becken ist jetzt da. Der Name auch. Oder besser gesagt die Abkürzung. Denn Kümmersbruck alleine ist schon ein recht langes Wort. Ebermannsdorf und Schmidmühlen würden wohl ähnlich ins Schwimmen kommen bei der Namenssuche für eine lokale Freizeit-Attraktion. Von Sulzbach-Rosenberg ganz zu schweigen. Wobei: Dort hat man das Hallenbad ganz einfach zugemacht. Und dem Freibad den kurzen und prägnanten Namen Waldbad gegeben. Dass das in Sulzbach-Rosenberg ist, weiß eh jeder.

Schwieriger wird es bei Auerbach. Dort hört das Bad auf den Namen Schwimm-Sal-A-Bim. Vielleicht auch Schwimm-sala-bimm. Die Schreibweise variiert. Ist aber eigentlich egal, weil die Auerbacher diese Bezeichnung eh nicht benutzen. Sie gehen ganz einfach ins Freibad. Oder bleiben gleich daheim, wie ein Kollege aus der Gegend ganz trocken anmerkt. Und das, obwohl er zwei Töchter im planschfreudigen Alter hat.

Er kennt übrigens noch so einen feucht-fröhlichen Knaller unter den zwangs-prägnanten Namensgebungen. Das CabrioSol in Pegnitz. Das ist Hallen- und Freibad gleichermaßen, weil es ein Dach hat, das man öffnen kann.

So gesehen hat Kümmersbruck ja nochmal Glück gehabt. Mal ganz ehrlich: Gegen so ein Cabrio-Bad ist ein kleines Aktivbecken doch nun wirklich kein Aufreger, oder? Das Potenzial dazu hätte eher die Frage, ob Kümmersbruck wirklich keine anderen Problem hat, als einen Namen für sein Hallenbad.

Den braucht's, damit man es gut vermarkten kann, sagt der Bürgermeister. Na dann. Gebt dem Kind halt einen Namen. Kein Grund zur Aufregung. Wer ihn nicht gut findet, geht künftig einfach weiterhin ganz entspannt ins Hallenbad. Wem's cooler vorkommt, sagt stattdessen KA 2 - und muss sich vielleicht noch eine Weile den Gag anhören, ob er nun den Berg oder doch einen jungen Karpfen meint.

Wobei Dipferlscheißer dazu gleich anmerken werden, dass diese beiden ja eigentlich K2 heißen. Also besteht nur akustisch Verwechslungsgefahr. Andere bleiben dem Kümmersbrucker Bad vermutlich auch in Zukunft fern. Trotz des neuen Namens und des zweiten Beckens. Und fahren (vielleicht sogar mit dem Cabrio) weiterhin lieber ins Kufü. Das hat zwar kein Dach, das man öffnen kann. Aber sieben Becken. Und das mit der Abkürzung hat dort auch prima geklappt: Die ist nun wirklich auch kein Knüller - aber doch längst in aller Munde. (eik)
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