Deutliches Plus für das Kita-Personal

Nach dem Tarifkompromiss soll in den Kitas wieder der Friede einkehren. Erzieherinnen sollen laut Verdi zwischen 4 und 4,5 Prozent mehr bekommen, Leiter von Kitas Zuschläge zwischen 5 und 9 Prozent. Bild: dpa

Eltern können aufatmen - neue Streiks in den Kitas sind wohl endgültig vom Tisch. Nach drei Tagen ließen Gewerkschaften und Arbeitgeber in einem zähen Tarifstreit doch noch weißen Rauch aufsteigen.

Eltern in Deutschland bleiben aller Voraussicht nach von neuen Kita-Streiks verschont. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich am Mittwoch in Hannover im zähen Tarifstreit um Gehaltserhöhungen für Erzieherinnen und Sozialarbeiter geeinigt. Im Vergleich zu einem von den Gewerkschaftsmitgliedern im Sommer abgelehnten Schlichterspruch soll es Verbesserungen geben. Deshalb erwartet Verdi-Chef Frank Bsirske nun ein Ja der Basis zu dem neuen Kompromiss und ein Ende der Streiks, wie er sagte.

Bsirske bezifferte die Lohnsteigerungen für die rund 220 000 Beschäftigten auf im Schnitt 3,73 Prozent. Bsirske sagte, insgesamt bringe das Ergebnis für das Gros der Beschäftigten Verbesserungen. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, sprach nur von 3,3 Prozent. Er bezifferte die Gesamtkosten des Abschlusses auf 315 Millionen Euro. Gegenüber dem Schlichterspruch hätten die Arbeitgeber 9 Millionen Euro draufgelegt. Der Abschluss soll rückwirkend zum 1. Juli greifen und eine Laufzeit bis 2020 haben. "Wir hoffen, dass es diesmal gelingt, die Akzeptanz der Gewerkschaftsmitglieder zu erzielen", sagte Böhle.

Bsirske sagte, bei den Erzieherinnen sei "eine deutlich gleichmäßigere Erhöhung" erreicht worden. "Für Berufsanfängerinnen ist das Berufsfeld attraktiver gestaltbar geworden." Zwischen 93 und 138 Euro mehr solle es hier geben. Insgesamt bekommen Erzieherinnen und Erzieher laut Bsirske zwischen 4 und 4,5 Prozent mehr, Leiter von Kitas und Einrichtungen der Behindertenhilfe zwischen 5 und 9 Prozent, Sozialarbeiter über 2 Prozent. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften im Schnitt rund 10 Prozent mehr Gehalt gefordert.

Nachdem die Verdi-Verhandlungskommission einstimmig für eine Annahme votiert hat, soll die Bundestarifkommission morgen in Fulda die Urabstimmung einleiten. Bis Ende Oktober solle Klarheit herrschen, so Bsirske. (Kommentar)
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