Deutsche besorgten sich tschechische Führerscheine
Bestechungsgeld statt Prüfung

Symbolbild: dpa
Karlsbad. (dpa) Dutzende deutsche Autofahrer sollen sich auf illegale Weise Führerscheine in Tschechien beschafft haben. Das teilte die Polizei im tschechischen Karlsbad am Montag mit.

Ein Vertreter einer Autoschule und zwei Dolmetscherinnen seien vorläufig festgenommen worden. Die Verdächtigen würden derzeit verhört, sagte Polizeisprecherin Katerina Böhmova der Deutschen-Presse-Agentur. Zudem würden Hausdurchsuchungen durchgeführt.

«Gegen ein Bestechungsgeld von 3000 Euro mussten die deutschen Führerscheinbewerber weder den theoretischen noch den praktischen Unterricht absolvieren», erläuterte die Sprecherin. Viele hätten sich für diesen Weg entschieden, nachdem ihnen die Fahrerlaubnis in Deutschland wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauchs entzogen worden war. Die mutmaßlichen Organisatoren seien auch bei Behördengängen und der Anmeldung eines Wohnsitzes behilflich gewesen.

Nach Angaben der tschechischen Polizei sind bislang 79 Fälle von Manipulationen beim Führerscheinerwerb bekannt. Die Zahl werde aber sehr wahrscheinlich auf mehr als 200 ansteigen, hieß es. Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Bayern und Baden-Württemberg hätten wegen der raffinierten Methoden mehr als ein Jahr in Anspruch genommen.
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