Deutsche fürchten Krisen

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Die meisten Deutschen leben in Sicherheit und Wohlstand - Ängste haben sie trotzdem. Was ihnen die größten Sorgen bereitet, legt eine Umfrage offen.

Schuldenkrise, Extremismus: Bei den Ängsten der Deutschen rangieren politische Themen einer neuen Studie zufolge vor privaten Sorgen. Jeder Zweite hat demnach Angst vor politischem Extremismus. Das ist das Ergebnis der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie der R+V-Versicherung, die seit 1992 rund 2400 Deutsche regelmäßig zu ihren Ängsten befragt.

"Aktuelle Bedrohungen und Herausforderungen, die von außen auf uns zukommen, lösen in diesem Jahr sehr große Ängste aus", erklärte Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der Versicherung. Auch die Schuldenkrisen von EU-Ländern bereiten Sorgen: 64 Prozent der Befragten fürchten als Folge hohe Kosten für Steuerzahler - in diesem Jahr ist das sogar die größte Angst der Deutschen. Jeder Zweite bangt auch um den Euro.

Die zweitgrößte Angst ist laut der Studie allerdings nicht politischer Natur: Auch die Menschen in Deutschland fürchten Naturkatastrophen. Dieses Thema steht bei den Sorgen, die jedes Jahr wieder abgefragt werden, sogar erstmals ganz vorn. Die Versicherung sieht das durch weltweit schwere Stürme, Erdbeben und Fluten begründet.

Furcht vor Terror

Mit Blick auf die größten Ängste liegt die Furcht vor Terrorismus auf Platz drei. "Für die Deutschen mit ihrer pazifistischen Grundstimmung sind Terror und Krieg besonders furchterregend", erklärte der Politologe Manfred Schmidt von der Universität Heidelberg. Zuletzt erregten der Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris oder die Anschläge auf Touristen in Tunesien großes Aufsehen.

"Viele Ängste spiegeln die Bedrohungen in einer modernen Gesellschaft im Zeitalter von Globalisierung und Europäisierung wider", erklärte Politologe Schmidt. Hinzu kämen aber auch speziell deutsche Sorgen - etwa die Angst, als Steuerzahler wegen der EU-Krisenstaaten übermäßig zur Kasse gebeten zu werden.
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