Deutscher (65) hat sich mit Mers angesteckt
Tödliches Virus aus Saudi-Arabien

Zum dritten Mal ist das tödliche Coronavirus Mers bei einem Patienten in Deutschland nachgewiesen worden. Mediziner behandeln in Osnabrück einen 65 Jahre alten Mann, der sich während einer Urlaubsreise in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Erreger angesteckt hat. Weitere Fälle sind aber bislang nicht aufgetreten. Rund 100 Menschen aus dem Umfeld des Patienten würden getestet, dies sei eine reine Sicherheitsmaßnahme, sagte ein Sprecher der Nils-Stensen-Kliniken in Osnabrück am Sonntag. Der Mann liegt auf der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück.

Sein Zustand sei "extrem kritisch" sagte Martin Beiderlinden, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im Osnabrücker Marienhospital, am Sonntag. Eine Prognose sei nicht möglich. Wegen eines Nierenversagens werde auch sein Blut gewaschen, sagte der Arzt. Zeitweise sei er bei Bewusstsein. Es ist der dritte bekannte Fall einer Mers-Erkrankung in Deutschland. Der Mann stammt nach dpa-Informationen aus dem Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium betonte, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln.

Der 65-Jährige war Anfang Februar von einer Urlaubsreise aus Abu Dhabi nach Deutschland zurückgekehrt. Der Erreger von Mers (Middle East Respiratory Syndrome) gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger zählt. Weltweit erstmals tauchte er 2012 auf. Experten vermuten aber, dass es zuvor Mers-Fälle gegeben haben könnte. Bis zum 6. März 2015 wurden der WHO 1040 Mers-Fälle aus aller Welt gemeldet, etwa 40 Prozent der Infizierten starben. Die Erkrankungen kommen vor allem auf der Arabischen Halbinsel vor. Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers betroffene Land. Einen Impfstoff gibt es nicht.
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