Deutschland für Ebola-Fälle nach Experten-Meinung gerüstet - EU erhöht Mittel
Gewappnet für den Ernstfall

(KNA/epd) Die Bundesrepublik ist für eine Behandlung von möglichen Ebola-Patienten gut gerüstet. Das geht aus einer aktuellen Stellungnahme der Schutzkommission beim Bundesinnenministerium hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach sind die Behandlungskapazitäten höher als in anderen Industriestaaten. Unter anderem sind sieben Sonderisolierstationen in Betrieb, in denen geschätzt 25 bis 30 Behandlungsplätze sofort verfügbar sind.

Es existierten jedoch, so die Stellungnahme, starke regionale Unterschiede. Während es in Berlin bis zu 20 Behandlungsplätze gibt, sind es etwa in Nordrhein-Westfalen nur 3 und in Niedersachsen kein einziger. Zudem seien die Transportmöglichkeiten für Infizierte mit nur 12 Rettungswägen unzureichend.

Die Experten warnen in ihrer Stellungnahme zudem vor Panikmache. Neben einer rationalen Furcht rufe Ebola auch irrationale Ängste hervor. Das könne zu einer Ausgrenzung von bestimmten Personengruppen führen. Mit Blick auf die Ebola-Epidemie in Westafrika litten darunter vor allem dunkelhäutige Menschen ausländischer Herkunft. Im Extremfall könne es soweit kommen, dass Bundesbürger den Kontakt mit Fremden vollständig mieden, so die Stellungnahme.

Die EU-Kommission und Pharmakonzerne stellen unterdessen 280 Millionen Euro für die Forschung an Ebola-Impfstoffen und Diagnosetests bereit. Europa wolle dazu beitragen, dass sich die aktuelle Ebola-Epidemie nicht noch einmal wiederhole, sagte der EU-Forschungskommissar Carlos Moedas am Donnerstag in Brüssel. Die öffentliche Hilfe der EU und ihrer Mitgliedsländer für den Kampf gegen Ebola erhöht sich damit auf mehr als eine Milliarde Euro.
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