Deutschland setzt als einziger EU-Staat auch die Dublin-Prüfung der Flüchtlinge aus
Schnellverfahren bei Syrern

Deutschland will syrische Asylbewerber nicht mehr in andere EU-Länder zurückschicken, über die sie in die Europäische Union eingereist sind. Eine neue Regelung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sieht vor, dass das sogenannte Dublin-Verfahren für Syrer ausgesetzt wird. Normalerweise wird bei jedem Asylbewerber zwingend geprüft, ob er zuerst in einem anderen Land europäischen Boden betreten hat. Ist dem so, muss der Betroffene eigentlich dorthin zurück. Darauf wird bei Syrern nun offiziell verzichtet. Hintergrund sind humanitäre Überlegungen, aber auch der Wunsch, die Verfahren zu beschleunigen.

Schon zuvor war die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die in andere EU-Staaten zurückgeschickt wurden, sehr gering. Von mehr als 44 000 Syrern, die in den ersten sieben Monaten einen Asylantrag in Deutschland stellten, wurden laut Bundesamt gerade mal 131 an andere EU-Staaten überstellt. Für Syrer gilt bereits seit dem vergangenen Jahr ein vereinfachtes Verfahren: Sofern keine Zweifel an ihrer Identität bestehen, müssen sie keine persönliche Anhörung durchlaufen, sondern nur einen Fragebogen ausfüllen. Die Asylverfahren für Syrer dauern derzeit dennoch im Schnitt vier Monate.

Deutschland ist nach Angaben aus Brüssel derzeit der einzige EU-Staat, der Flüchtlinge aus Syrien nicht systematisch in ihr Ersteinreiseland zurückschickt. "Wir begrüßen diesen Akt europäischer Solidarität", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.
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