"Die Bude rostet uns unterm Hintern weg"
Tierfreunde auf Reviersuche

Bleibt das Tierheim in der Stadt oder führt der Weg in den Landkreis? Eine Umlandgemeinde hat dem Tierschutzverein schon Grund angeboten. Parkstein ist es allerdings nicht. Bild: Steinbacher
Weiden. (phs) Die Zeit drängt. "Die Bude rostet uns unterm Hintern weg", sagt Mariele Junak über das Tierheim in der Schustermooslohe. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins will mit ihren Mitgliedern bis in zwei Wochen entscheiden, ob sie einen Neubau in der Stadt oder im Landkreis angeht.

"Die Außenzwinger halten keinen Winter mehr, und Sanierung im Altbestand lohnt sich nicht", schildert Junak das Dilemma. Das liegt in erster Linie am Standort. Das über 50 Jahre alte Tierheim hat in weniger als 100 Meter Entfernung einen Nachbarn, der sein Elternhaus gerne erweitern würde, es aufgrund des fehlenden Abstands aber nicht darf. Dieser Nachbar wiederum will deswegen auch nicht unterschreiben, wenn der Tierschutzverein an gleicher Stelle abreißen und neu bauen möchte.

"Wir hoffen jetzt auf die Stadt Weiden", sagt Junak. Lange kann sie nicht warten. "Es war schon geplant, das erste Gebäude 2015 einzuweihen." Die Vorsitzende spricht von einer Sackgasse. Andere Standorte in der Nähe des Tierfriedhofs am Rehbühl oder im Wald beim Schätzlerbad scheiterten an zu hohen Auflagen. Zu einem möglichen Umzug in den Landkreis will sich Junak nicht äußern. "Ich bin offen für alles."

Über das Landratsamt hat der Bürgermeister einer Umlandgemeinde 5000 Quadratmeter Grund angeboten, der knapp einen Kilometer von der nächsten Wohnsiedlung entfernt liegt. Das Gebiet ist erschlossen und gehört der Gemeinde, die es für 23 bis 25 Euro pro Quadratmeter verkaufen würde.

Dem Vernehmen nach könnte der Tierschutzverein einen Neubau ohne weiteres stemmen. Im Raum steht die Summe von 1,2 Millionen Euro. Der Bürgermeister hält das Areal für ideal. "Dort stören die Tiere niemand." Er möchte seinen Namen und den Ort allerdings erst später in der Zeitung lesen, da seine Gemeinderäte noch nichts von der Sache wissen. "Ich bin da ein bisschen Opfer der Geschwindigkeit des Tierschutzvereins", schmunzelt der Rathauschef, der zurzeit Urlaub macht. "Ich hätte bereits nächste Woche die Fraktionsführer und den Hauptausschuss darüber informiert." Er rechnet nicht mit großem Widerstand. "Dann könnten wir dem Tierschutzverein bald Baurecht versprechen."
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