Die Entwicklung der Stadt Pfreimd in den vergangenen Jahrhunderten
Ein Auf und Ab

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Der neu erstandenen gotischen Stadt gewährte im Jahre 1497 Landgraf Johann IV. zusätzliche Freiheiten und legte fest, dass "füran Pfreimd eine Stadt soll sein, gehaissen und genennt soll werden".

Unterschiedliche Projekte

Missgünstige Zeitumstände, unglückliche Entscheidungen innerhalb der landgräflichen Familie sowie die ständigen Expansionsbegierden der Wittelsbacher bewirkten bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Stagnation in der Entwicklung der Stadt und ein kontinuierliches Absinken von Macht und Einfluss der Leuchtenberger. Der Dreißigjährige Krieg und das Ende der Leuchtenberger im Jahre 1646 brachten schließlich die letzten Blüten bescheidenen Wohlstandes zum Vertrocknen.

Die Situation verbesserte sich nur leicht, als in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Herzog Maximilian Philipp von Bayern versuchte, durch unterschiedliche Projekte die Wirtschaft in der Landgrafschaft mit neuem Leben zu erfüllen.

Not und Armut

Im Zusammenhang mit der Politik des Grafen Montgelas verlor Pfreimd schon zu Beginn der Neuordnung Bayerns das Stadtrichteramt und 1806 als letztes Relikt einstiger Bedeutung und Würde die Bezeichnung "Leuchtenbergische Haupt und Residenzstadt". Nach kaum beschreibbarer Not und Armut im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts zeigte sich mit dem Bau der Eisenbahnverbindung von Regensburg über Schwandorf nach Weiden 1863 ein zarter Silberstreif am Horizont.

In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit in den 30er, 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts waren es die großen Maßnahmen wie der Bau der Ostmarkstraße, der Bau der Kraftwerke Reisach und Trausnitz sowie eine Vielzahl von Wohnungsbaumaßnahmen, die den Bürgern eine festen und einigermaßen sicheren Broterwerb bescherten.

Neue Existenzen

Viele durch den Zweiten Weltkrieg heimatlos gewordene Mitbürger haben seinerzeit die Chance einer Existenzgründung in Pfreimd gewagt und trugen so erheblich zum Wachstum der Stadt bei.

Die Einwohnerzahl, die sich ab dem 14. Jahrhundert mit rund 1400 bis 1800 Personen kaum veränderte, stieg seit den Nachkriegsjahren kontinuierlich an und umfasst derzeit rund 5400.

Über 20 Orte

Darin enthalten sind auch die Einwohner der ehemals selbstständigen Gemeinden Iffelsdorf, Weihern, Stein und Hohentreswitz/Pamsendorf, die im Zuge der Gemeindegebietsreform 1972/1978 in die Stadt Pfreimd eingegliedert wurden. Somit besteht die Stadt heute aus 25 Ortschaften und Weilern. (hm)
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