Die meisten Süchtigen sitzen am Automaten

Das größte Suchtpotenzial haben weder der Roulette-Tisch, noch das Kartenspielen, sondern Automaten. Im "Kings" stehen mehr als 100 davon. Sozialpädagogin Gertrud Gerhards, die bei der Caritas-Fachambulanz in Weiden arbeitet und Spielsüchtige berät, erklärt: "Wir sagen immer wieder, 70 Prozent der Spielsüchtigen sind an Automaten - das ist noch gut gerechnet."

Viele würden sich zu den Automaten flüchten. "Sie wollen Stress und schwierige Gefühle ausblenden." Betroffen seien zwar vor allem Männer, das würde sich jedoch momentan verschieben. Die Gefahr liege darin, dass alle Sinne angesprochen werden. Die Symbole und das Blinken bieten etwas fürs Auge, das Drücken bedient den Tastsinn und täuscht Einfluss vor. Auch Töne spielen eine Rolle. Tatsächlich ist es so, dass bei einem Gewinn der einarmige Bandit bimmelt. Das ist selbst so, wenn der Automat einem für eine Runde 25 Cent abzieht und eine erfolgreiche Kombination einen 20-Cent-Gewinn nach sich zieht. Zusammengerechnet ergibt das einen Verlust von 5 Cent und Glücksgefühle beim Spieler. Schließlich klingelt's ja. (doz)
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