Die Nasa-Sonde New Horizons hat Pluto erreicht
Kalter Zwerg ganz groß

So also sieht Pluto aus der Nähe aus. Der ferne Himmelskörper, bis 2006 noch der neunte Planet unseres Sonnensystems, wird nach einer neuen Festlegung des Begriffs "Planet" jetzt wissenschaftlich korrekt als Klein- oder Zwergplanet bezeichnet. Trotzdem sind die ersten detaillierten Fotos seiner Oberfläche, die die Sonde New Horizons jetzt gefunkt hat, eine astronomische Sensation - Zwerg oder nicht. Bilder: dpa

Meilenstein der Raumfahrtgeschichte: Nach einer Reise von mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern hat erstmals ein irdischer Flugkörper dem Zwergplaneten Pluto einen Besuch abgestattet. Ein letztes wichtiges Signal steht aber noch aus.

Die Sonde New Horizons sei, wenn alles nach Plan verlief, am Dienstag um 13.49 Uhr unserer Zeit an dem Zwergplaneten vorbeigeflogen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. "Es war eine unglaubliche Reise", sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. Das erlösende Signal, das den erfolgreichen Vorbeiflug offiziell bestätigen soll, erwartete die Nasa allerdings erst für die Nacht auf heute. "Die Sonde kommuniziert noch nicht mit der Erde, weil wir sie so programmiert haben, dass sie erst mal wichtige Daten sammelt, die sie nur heute sammeln kann", sagte Nasa-Manager Allen Stern.

16 Monate Datenflut

Die 700 Millionen Dollar (630 Millionen Euro) teure Mission gilt als Meilenstein der Raumfahrtgeschichte. New Horizons näherte sich dem Pluto auf rund 12 000 Kilometer und untersuchte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, während sie mit 50 000 Kilometern pro Stunde an dem Zwergplaneten vorbeiraste. Die Daten zur Erde zu schicken dauert allerdings sehr lange, weswegen es nach und nach geschehen werde, sagte Nasa-Manager Stern. "Wir können jetzt einen 16 Monate langen Daten-Wasserfall erwarten."


Die Erforschung des 1930 vom Amerikaner Clyde Tombaugh entdeckten Zwergplaneten sei "wie ein archäologischer Spatenstich in die Geschichte des äußeren Sonnensystems", hatte Nasa-Manager Stern schon beim Start der Sonde New Horizons gesagt. Der etwa minus 230 Grad kalte Pluto ist eine Art Eiszwerg, wie sie zu Zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übriggeblieben sind. Bislang haben Forscher nur fragmentarisches Wissen über Pluto, das vor allem von Bildern des Hubble-Weltraumteleskops stammt.

Der Winzling, der mit einem Durchmesser von etwa 2300 Kilometern kleiner als der Erdenmond ist, soll erstmals kartographiert werden. An dem Projekt sind auch deutsche Wissenschaftler beteiligt.

Nach Pluto soll New Horizons, die unter anderem zwei US-Münzen und einen kleinen Haufen Asche des 1997 gestorbenen Pluto-Entdeckers Tombaugh an Bord hat, nun noch tiefer in den Kuipergürtel hineinfliegen. Das ist ein breiter Ring aus vielen kleinen Objekten jenseits der Bahn des Planeten Neptun. Wie und wohin die Sonde genau gelangen soll, beraten die Nasa-Wissenschaftler noch.
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