Die passende Kleidung für das Bewerbungsgespräch - Kleider-Standards der Branche beachten und ...
Schick zum neuen Job

Kleider machen Leute - und manchmal auch den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch und einer Absage. Um so fragender ist der Blick in den Kleiderschrank, wenn es um die Vorstellung bei einem potenziellen Arbeitgeber geht.

Am liebsten würde man den neuen Chef ja gleich auf den ersten Blick überzeugen. Doch die Entscheidung für das richtige Outfit fällt oft schwer, weiß Peter Sevenich vom Deutschen Institut für Herrenmode: "Es gibt kein Patentrezept." Dieser Ansicht ist auch Selbstmarketing-Coach Christine Öttl.

Da es keine Richtlinien gebe, sollte man vor allem versuchen, sich nicht zu verkleiden. "Gerade im Bewerbungsgespräch trägt man am besten Kleidung, in der man sich wohl fühlt.

Selbstbewusstsein ausstrahlen

Nur dann strahlt ein Kandidat Selbstbewusstsein und Stärke aus." Wenn ein Jeans-Typ plötzlich im dunklen Anzug mit Hemd und Krawatte steckt, könne das leicht unglaubwürdig wirken, so Sevenich: "Deshalb sollte etwas ausgewählt werden, das zur Person passt."

Ein lässiger Cordanzug oder ein Polohemd ohne Krawatte unterm Anzug könne eine akzeptable Lösung sein.

Was zum Vorstellungstermin angezogen wird, hängt auch von der jeweiligen Branche ab. Benimm-Espertin Inge Wolff verweist auf eine Repräsentativumfrage zu Business-Kleidung aus dem vergangenen Jahr: Die Kundenerwartung hinsichtlich der Kleidernormen bei Banken, Versicherungen und anderen Branchen, die einen Vertrauensvorschuss genießen, ist demnach nach wie vor sehr traditionell.

Auch in der anfänglich betont unkonventionellen IT-Branche zeichne sich inzwischen eine Umkehr zum konservativen Look ab. Generell gelte jedoch: Je höher die angestrebte Position, desto wichtiger ist elegante Kleidung.

Wer genau im Bilde sein möchte, kann sich vor Ort über die gängigen Gepflogenheiten vergewissern und nachsehen, wie sich die Angestellten der Wunsch-Firma kleiden. "Sollte man ein wenig schicker kommen als es Standard ist, muss das kein Fehler sein. Schließlich ist allen Beteiligten klar, dass die Bewerbung ein besonderer Moment ist", sagt Christine Öttl.

Und falls sich im Rahmen der Eigendarstellung jemand weniger stylt als üblich, sei auch dies kein grober Schnitzer: Die Fixierung auf Konventionen habe abgenommen. Allerdings sei es wahrscheinlich, dass bei weniger konventionellem Aussehen noch mehr auf eine überzeugende Darstellung der eigenen Fähigkeiten geachtet werde, so Öttl.

Außerdem wird man "unter Umständen im Bewerbungsgespräch auf Kleidungs-Standards hingewiesen und gefragt, ob man sich im Berufsalltag entsprechend anpassen könne", sagt Sevenich.

Indessen bedeutet die Lockerung der Kleidungsnormen keineswegs, dass man vernachlässigt zur Bewerbung erscheinen kann. "Das macht immer einen schlechten Eindruck", sagt Öttl, "schließlich wirbt man für sich."

Inge Wolff hält ein gepflegtes Auftreten für das "A und O" eines Bewerbungsgesprächs: "Dazu gehört auf jeden Fall saubere und ordentliche Kleidung, die gut sitzt. Markenware ist nicht nötig."

Auch Haare sollten authentisch wirken

Bei Überlegungen zur Frisur rät Öttl ebenfalls zu typgerechtem Auftreten: "Empfehlungen, dass lockige Haare auf jeden Fall gebändigt werden sollten, halte ich für übertrieben."

Zudem sei von einem Friseurbesuch am Tag zuvor, extra für das Bewerbungsgespräch, abzuraten. "Genauso wie das Outfit sollte die Frisur authentisch und nicht aufgesetzt wirken", sagt Sevenich. Wer es also schafft, mit dem eigenen Kleidungsstil überzeugend seine Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, hat bereits viel gewonnen. Vermeidet man außerdem Stilfehler wie weiße Tennissocken zum dunklen Anzug oder bauchfreie Oberteile im Hippie-Look, kann man schon mit der Kleidung im Bewerbungsgespräch Pluspunkte sammeln. (tmn)
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