Die Uhren werden vorgestellt
Sommerzeit beginnt

Am 29. März werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt. Bild: dpa

Es ist eine gewohnte Prozedur. Die Sommerzeit startet. Der Stundensprung hat in diesem Jahr 35. Jubiläum. Doch glücklich ist nicht jeder damit.

Braunschweig. (dpa) Die Begeisterung hält sich in Grenzen, vor allem Langschläfer ärgern sich: Am Sonntagmorgen startet die Sommerzeit. Die Nacht zum 29. März ist eine Stunde kürzer. Die Uhren werden von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. Der Stundensprung hat in diesem Jahr 35. Jubiläum. Seit 1980 dreht Deutschland im Frühjahr und Herbst an der Uhr.

Doch die Sommerzeit stößt nicht auf allzu viel Begeisterung. Nach einer Umfrage des ZDF-Politbarometers findet die Zeitumstellung mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) schlecht. Fast drei Viertel der Befragten gaben an, mit der Zeitumstellung keine nennenswerten Probleme zu haben, 26 Prozent klagen hingegen über größere Probleme wie Konzentrations- und Schlafstörungen. Die repräsentative Umfrage wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vorgenommen.

Verantwortlich für die Zeitumstellung ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. In ihrem Auftrag werden am Sonntag über den Langwellensender DCF77 im hessischen Mainflingen Millionen Funkuhren auf Sommerzeit eingestellt.

Das Prinzip ist zwar noch dasselbe wie vor 35 Jahren, wie Dirk Piester aus dem PTB-Zeitlabor sagt. Aber: «Wir brauchen kein manuelles Eingreifen mehr.» Die Zeitumstellung sei mittlerweile einprogrammiert. In der Nacht zum Sonntag sei der Sender in Mainflingen ausnahmsweise besetzt - für den Notfall, der allerdings noch nie eingetreten sei.

Als die Sommerzeit vor 35 Jahren eingeführt wurde, sollte Energie gespart werden. Denn abends ist es dadurch eine Stunde länger hell. Geklappt hat das laut Umweltbundesamt allerdings nicht. Im Sommer machen die Menschen zwar abends seltener das Licht an. Dafür wird im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt; denn die Sonne geht bei Sommerzeit später auf. Das gleiche sich unterm Strich aus.

Bei der Deutschen Bahn werden rund 120 000 Uhren an Bahnhöfen, Diensträumen, Automaten und Informations- und Sicherungssystemen umgestellt. Die Bahn spart sich durch die Zeitumstellung einige Fahrten. «S-Bahnzüge, die nur innerhalb dieser Stunde unterwegs wären, fallen - unbemerkt - aus», schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. Bei Nachtzügen würden Aufenthalte gekürzt. Sei dies nicht möglich, kämen Züge an diesem Tag verspätet ans Ziel.