Die Welt trauert mit Paris
«Mut stärker als Angst»

Paris

Kerzen, Gebete, Gebäude angestrahlt in Blau-Weiß-Rot: Die Anschläge von Paris haben international Bestürzung ausgelöst. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt stellen sich an die Seite Frankreichs.

Berlin. (dpa) Die Terroranschläge von Paris haben international Entsetzen ausgelöst. Regierungen in aller Welt sagten Frankreich Unterstützung zu und kündigten einen Kampf gegen den Extremismus an - darunter auch arabische Staaten. Syriens Machthaber Baschar al-Assad machte den Westen mitverantwortlich für die Ausbreitung des Terrors.

USA: US-Präsident Barack Obama sicherte Frankreichs Präsident François Hollande in einem Telefonat «unerschütterliche und standhafte» Unterstützung zu. «Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen.» Auf Französisch erklärte er: «Liberté, égalité, fraternité» («Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit»).

RUSSLAND: Präsident Wladimir Putin rief zum gemeinsamen «Kampf gegen das Böse» auf. «Diese Tragödie ist ein erneuter Beweis für die Barbarei des Terrors, der für die Zivilisation eine Herausforderung ist», hieß es in einem Telegramm an Hollande.

EUROPÄISCHE UNION: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte den Terroristen ein Scheitern ihres grausamen Kampfes voraus. «Sie wollten Angst und Schrecken verbreiten und spalten. Aber Europa steht im Kampf gegen den Terror zusammen», erklärte der SPD-Politiker.

GROSSBRITANNIEN: Premierminister David Cameron wertete die Anschläge als Beweis einer wachsenden Bedrohung durch den «Islamischen Staat» (IS): «Die Angriffe (...) zeigen eine neues Ausmaß von Planung und Koordination und größeren Willen, Anschläge mit vielen Opfern durchzuführen.» Königin Elizabeth II. schrieb in einer Nachricht an Hollande: «Prinz Philip und ich sind zutiefst schockiert und betrübt über den schrecklichen Verlust von Menschenleben in Paris.»

ITALIEN: Regierungschef Matteo Renzi zeigte sich überzeugt, dass die Welt gemeinsam den Terrorismus besiegen werde. «Es wird nicht leicht, es wird nicht schnell gehen, es wird all unsere Kraft und Entschlossenheit fordern», sagte er. Aber: «Die Freiheit ist stärker als die Barbarei, der Mut ist stärker als die Angst.»

ÄGYPTEN/SAUDI-ARABIEN/JORDANIEN/KUWAIT: Alle vier Länder, die als Verbündete des Westens im Kampf gegen den Terror gelten, sprachen Frankreich ihr Beileid aus. «Ägypten betont seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, der keine Grenzen oder Religion kennt», sagte Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Das Außenministerium von Saudi-Arabien forderte, den Anti-Terror-Einsatz zu verdoppeln. Ein Regierungssprecher Jordaniens sagte, das Königreich stehe an der Seite der Franzosen «gegen diese blutigen und mutwilligen Akte der Aggression».

SPANIEN: «Sie können uns Schaden zufügen, sie werden uns aber nicht besiegen», sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy in einer Rede in Madrid und fügte hinzu: «Heute sind wir alle Frankreich!»

AUSTRALIEN: «Paris, Frankreich - die Heimat der Freiheit - wurde von Terroristen angegriffen, die die Freiheit nicht nur in Frankreich, sondern auf der ganzen Welt unterdrücken wollen», erklärte Regierungschef Malcolm Turnbull während eines Besuchs in Berlin. «Eine Drohung im Namen Gottes ist in Wirklichkeit das Werk des Teufels.»

VATIKAN: «Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten. Das ist nicht menschlich», sagte Papst Franziskus dem Sender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz. Auf die Frage, ob damit der Dritte Weltkrieg in Stücken fortgesetzt werde, vor dem Franziskus bereits oft gewarnt hatte, sagte er: «Das ist ein Teil davon.»

IRAN: Außenamtssprecher Hussein Dschaberi erklärte in Teheran: «Diese Terroristen (IS) sind keine Muslime und haben nichts gemeinsam mit den Kriterien und Werten des Islams.»

SYRIEN: Machthaber Baschar al-Assad gab dem Westen eine Mitschuld für die Ausbreitung des Terrors. Die Terrorangriffe seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge. «Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (...) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen.»