Disco-Nebel simuliert Brand

"Großbrand auf dem Firmengelände von Stefan Voit", lautete die Alarmierung. Verschiedene Feuerwehren aus der Grenzregion nahmen an der Übung teil. Bild: fjo

Großbrand im Gemeindegebiet Waidhaus, doch der Verletzte liegt auf Pleysteiner Grund. Wie passt das zusammen?

"Hey Onkel, bei dir raucht's aber ganz schön", resümierte Nichte Theresa. Einen Schreck löste dieser Satz bei Unternehmer Stefan Voit aber nicht mehr aus. Gut inszeniert und vorbereitet stand das gesamte Areal bereits in Erwartung der wenig später einsetzenden Großübung.

Kreisbrandmeister Gerhard Gösl aus Altenstadt bei Vohenstrauß und die Unternehmerfamilie hießen derweil weitere Interessenten mit Handschlag willkommen. Bürgermeisterin Margit Kirzinger etwa, die sich mit ihren Amtskollegen Reiner Rewitzer (Pleystein) und Markus Bauriedl (Waidhaus) das Szenario nicht entgehen lassen wollte. Nicht nur ein Teleskoplader stand für eine Beobachtung von oben gut positioniert zur Verfügung, mit modernster Technik wurde der kurz darauf beginnende Ablauf von allen Seiten festgehalten. Zeitgleich verfolgten zwei Drohnen aus der Luft stereotyp das gesamte Geschehen, und jede Menge Smartphones und Digitalkameras zeichneten den Einsatz mit allen Details zusätzlich in Ton und Bild auf. Lang ausharrender Disco-Nebel hüllte eine der großen Fertigungshallen für den Nachbau des möglichst realistischen Unglücksereignisses in ein düsteres Ambiente.

Hilferuf vom Dach

Punkt 18 Uhr gab Gösl das Signal zur Alarmierung an die Rettungsleitstelle in Weiden: "In der Lackiererei brennt es. Vier Personen gelten als vermisst." Ein Verletzter rief vom Dach einer gegenüberliegenden Halle laut um Hilfe. Fahrzeugführer Benjamin Schmalnauer raste wenig später als Erster mit Karacho in das Firmengelände hinein. Er brachte im Feuerwehrauto der Hagendorfer Wehr die ersten Einsatzkräfte zum Unglücksort. Darunter befand sich Ortskommandant Matthias Schmidt, an dem anschließend - nach den aktuellen Regelungen - die gesamte Koordinierung des Einsatzes lag.

Kurze Zeit später brausten die Feuerwehren aus Waidhaus und Pleystein mit ihren neuen Autos an. Nur kurz darauf füllte sich die Verbindungsstraße nach Spielhof mit weiteren Fahrzeugen aus Miesbrunn, Pfrentsch und Eslarn. Zuletzt gesellte sich noch die aus Vohenstrauß angeforderte Drehleiter zur Bergung des Verletzten auf dem Dach dazu. Die rauchverhüllte Halle steht auf Waidhauser Gemeindegebiet. Der angenommene Verletzte befand sich zwar mitten im Geschehen, jedoch bereits auf Pleysteiner Stadtgebiet. Von dort kam Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer angefahren, der insbesondere ein Augenmerk auf den Ablauf und die Koordination der Einsatzkräfte legte.

Happy End mit Leberkäs

Zum Ende der Übung gehörte ein weiterer Teil des Einsatzes der Unterstützungsgruppe "Katastrophenschutz - Öl" aus Reihen der Landkreis-Feuerwehr. Nur selten endete das mühevolle Ehrenamt für alle Beteiligten übrigens so wie am Freitagabend.

"Brandleider" Voit hatte nicht nur ein famoses Szenario vorbereitet, sondern auch an das Danach gedacht. In großer Runde ließ es sich gesellig bei Freigetränken, warmem Leberkäse und Kartoffelsalat für die über 70 Einsatzkräfte in einer der Hallen noch lange gut aushalten.
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