DLRG meldet deutlich mehr Badetote als 2014 - Grund: Leichtsinn und Überschätzung
Hitzesommer mit fatalen Folgen

In diesem Jahr hat es in Deutschland deutlich mehr Badetote gegeben als 2014. Es ertranken seit Jahresbeginn 374 Menschen - 56 mehr als im Vorjahreszeitraum (ein Plus von 18 Prozent). "Das sind leider die Schattenseiten eines schönen Sommers", sagte der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Hans-Hubert Hatje. Die meisten Badetoten gab es in Bayern, nämlich 86.

Rund 97 Prozent der Opfer starben in Binnengewässern. An der deutschen Nord- und Ostseeküste gab es bis Ende August elf Badetote. Den DLRG-Zahlen zufolge kamen auch 27 Flüchtlinge bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben. Einige Asylsuchende könnten nicht richtig schwimmen, erklärte ein DLRG-Sprecher die relativ hohe Zahl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Manche hätten zudem keine Erfahrung mit Gewässern, wie sie in Deutschland vorkommen.

In Seen gab es 175 Tote, in Flüssen und Bächen starben 133 Menschen. Ursachen seien oft Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren. In Schwimmbädern kam es lediglich zu zehn tödlichen Zwischenfällen. "Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern", sagte Hatje. Die ehrenamtlichen Helfer hätten viel Arbeit gehabt. "Ohne ihren großen Einsatz und ihre schnelle Hilfe wäre die Zahl der Ertrunkenen noch deutlich höher." Unter den Badetoten waren auch 22 Kinder im Alter bis 15 Jahre. "Dies zeigt deutlich, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden muss", sagte Hatje.
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