Dorf hofft auf neue Projekte

Im voll besetzten Schützenhaus mussten immer wieder Stühle nachgeordert werden, so groß war das Interesse an der Bürgerversammlung mit Margit Kirzinger und den Experten der Marktverwaltung. Bild: fjo

Die Bürgerversammlung im Reichenauer Schützenhaus zeigte, dass die Dorfbewohner großes Interesse an der Kommunalpolitik haben. Sie nutzten die Gelegenheit und brachten ihre Anliegen vor.

"Das mit eurer Dorferneuerung ist in der letzten Zeit etwas unglücklich verlaufen. Es hat sich in den vergangenen Jahren nichts mehr getan", bestätigte Bürgermeisterin Margit Kirzinger der Bevölkerung. Weitere Maßnahmen der Dorferneuerung seien vor allem durch die Finanzstärke der Marktgemeinde Waidhaus ins Stocken geraten. Dies träfe auch die Erneuerung und Neuplanung der Dorfstraßen.

Die Kommune habe es seitdem nicht mehr geschafft, in eine Bezuschussung zurückzukehren. Trotzdem plädierte Kirzinger vehement für eine Wiederaufnahme der Diskussion, "um etwas in der Schublade zu haben - um Projekte angehen zu können". Alle vorhandenen Planungen seien zudem "recht veraltet", weshalb sie sich einen Neustart wünsche: "Ich sehe darin eine gute Chance, etwas Gemeinsames zu verwirklichen."

"Feiler-Stodl" ein Thema

Noch mehr, nachdem Josef Spitzner die Auflösung der Teilnehmergemeinschaft bei der nächsten Vorstandssitzung ankündigte. Die Bürgermeisterin erklärte, dass sich der "Feiler-Stodl" mitsamt dem historischen Gewölbe mittlerweile im Besitz der Marktgemeinde befinde. Es gelte deshalb Untersuchungen zu starten, welche Teile des Ensembles unter Denkmalschutz stehen und welche Teile unbedingt erhalten werden sollten. Im Gemeindehaushalt 2015 werden Mittel für diese Untersuchungen bereitgestellt. Auf die Frage von Hans-Jürgen Spitzner nach der Wartezeit antwortete Geschäftsleiter Josef Forster. Er meinte zwar, dass mindestens zwei weitere Jahre ins Land zögen, pflichtete aber umso mehr der Bürgermeisterin bei, damit eine neue Vorlaufzeit umgangen werde. Kirzinger sicherte den Bürgern den Fortgang der fachlichen Beratung durch das Amt für ländliche Entwicklung zu.

Für die Pflege durch die Bürger im Umgriff der Filialkirche dankte sie der gesamten Dorfgemeinschaft. Dadurch würden im Bauhof Kapazitäten frei für andere Arbeiten. Zum Thema "Verbesserung der Internetzugänge" bestätigte die Bürgermeisterin eine "ganz schlechte Versorgung in Reichenau". Zudem sei nun im Gutachten ein herber Rückschlag im Rathaus eingegangen: Die von "Kabel Deutschland" zu den Ortsteilen Pfrentsch und Frankenreuth gemachten Angaben "stimmen hinten und vorne nicht". Für die Kommune sei es deshalb mit der bislang aufgeworfenen Million als Investition nicht mehr getan. Dennoch ließe sich die Gemeinde davon nicht abschrecken. "Ein gutes Internet gehört zur Infrastruktur genauso wie Kanal, Wasser und dergleichen". Im Rathaus warte man nun auf die neuen Zahlen des Planungsbüros.

Feuerwehrvorsitzender Hans-Jürgen Spitzner forderte eine Lösung für die Gerätegarage: "Das ist nicht mehr Stand der Technik. Die Mäuse fressen uns im Winter die Kleidung und auch anderes Material an." Das Ausbessern von kaputten Straßenabschnitten war Heinz Kunz wichtig. Hierzu sicherte Kirzinger eine baldige Begehung mit dem Bauausschuss zu. Gleiches galt für das Ansinnen von Gerhard Wagner, der die Verwirklichung des geplanten Wendeplatzes am Berghang des Spielplatzes einforderte.

Abhilfe schaffen will die Kommune in Sachen Eisgefahr auf der Gemeindestraße in Richtung Reichenthal durch überlaufendes Grundwasser. Spätestens im Frühjahr werde es zudem eine Lösung für die Abwässer des Schützenhauses geben.

Bank beim Schusterkreuz

CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer fragte nach dem Verbleib der Ruhebank auf der Anhöhe beim Schusterkreuz. Hierzu konnte die Bürgermeisterin eine baldige Neuanschaffung in Aussicht stellen. Ein Urlaubsgast von Gertrud Winkler werde die Bank dem Ortsteil zum Geschenk machen. Zwei Straßenlaternen an "äußerst dunklen Stellen im Ortskern" forderte Walter Jander. Josef Spitzner brachte den schlechten Zustand des Containerplatzes bei Nässe zur Sprache.
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