Dr. Andreas Peterek zeigt Vorzüge des Geoparks Bayern-Böhmen auf - Gemeinde wird Mitglied
Themenwege und Führungen

Deutschland und die Welt
10.06.2010
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Bereits in der zurückliegenden Gemeinderatssitzung hatte das Thema "Geopark Bayern-Böhmen" für Diskussion gesorgt. Beim Treffen am Montag konnte Dr. Andreas Peterek das Gremium dann überzeugen: Geschlossen stimmte der Rat für eine Mitgliedschaft in der Organisation.

Welchen Nutzen hat die Gemeinde von einer Mitgliedschaft? Diesen und weiteren Fragen stellte sich Dr. Andreas Peterek von der Geschäftsstelle des Geoparks Bayern-Böhmen in Parkstein am Montagabend. Aufgaben und Ziele des Geoparks und warb mit Fördermöglichkeiten beispielsweise für einen Themenweg und Führungen der Geoparkranger.

Reise zum Erdinnern

Der Referent unternahm mit dem Gremium eine "Reise zum Mittelpunkt der Erde" und zum Erdinnern, wie sie der Geopark als virtuellen Ausflug besonders den interessierten Gästen vermitteln will. Für 78 Prozent der Urlauber sei "Natur erleben" ein wesentliches Argument für die Wahl des Urlaubsortes, wusste Dr. Peterek. 50 Prozent wollen eine intakte Umwelt, 26 Prozent sind naturbezogen und 90 Prozent aller Besucher fänden die Kulturlandschaft wichtig. "Wissensvermittlung liegt im Trend", berichtete der Referent. Führungen und umfassende Informationen will der Geopark, als eine von zwei Einrichtungen dieser Art in Bayern, den Besuchern anbieten.

Über die Grenze

In dem grenzüberschreitenden Gebiet von Bayreuth bis Karlsbad und Pilsen würden sich 15 der 100 schönsten Geotopen Deutschlands finden. Dazu zählte Dr. Peterek den Föhrenbühl bei Erbendorf, die Luisenburg, Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald, Parkstein oder Flossenbürg, außerdem die Fränkische Schweiz. Finanziert werde das Projekt unter anderem durch die Landkreise Bayreuth, Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt.

Hohe Förderung

Nach einer Veränderung der Trägerschaft sollen nun auch Kommunen, Vereine und Universitäten als Mitglieder des künftig gemeinnützigen Vereins gewonnen werden. 70 Prozent an Förderung wurden über die Euregio Egrensis beantragt, zehn Prozent beträgt der Eigenanteil, der Rest wird durch andere Förderungen gedeckt.

Gütesiegel

"Der Geopark ist eine zusätzliche Attraktion für die Region", versicherte der Referent. Weitere Ziele seien die Nutzung des Naturerbes sowie die geokulturelle und wirtschaftliche Entwicklung, Biotopschutz oder Umweltbildung. Eine Zertifizierung als Gütesiegel bürge für Qualität. Der Geopark verstehe sich als Ergänzung zu den Naturparks. Ausgebildete Geoparkranger übernehmen Führungen, bei kleinen Ausstellungen soll auch die besondere Ortsgeschichte verwiesen werden, zudem sind verschiedene Geopark-Infostellen geplant. Weiter übernehme der Geopark die fachliche Beratung bei Projekten, macht Vorschläge, stellt Anträge. "Für 200 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr kann ein Mehrfaches an Fördermitteln in die Gemeinden zurückfließen", so Dr. Peterek. Flyermaterial werde finanziert, Führungen in der Gemeinde angeboten, Schilder zum Großteil gefördert. Für Mähring wären zwei Geotope interessant: der Kupferabbau bei Högelstein oder das Freilegen des Gölitschsteins. Denkbar wäre das Anlegen eines Themenwanderwegs zum Thema Lagerstätten (Uran) im Grenzraum und Bergwerkstätigkeit.

Einstimmig dafür

Nach kurzer Beratung war sich das Gremium einig, einer Mitgliedschaft zuzustimmen und so als Gründungsmitglied mitzuwirken am Geopark Bayern-Böhmen. Der Jahresbeitrag beträgt bei 1900 Einwohnern zu je zehn Cent 190 Euro. Ferdinand Wagner hatte gleich mehrere Vorschläge, was es noch an Besonderheiten in der Marktgemeinde und im benachbarten tschechischen Raum gibt.

Bürgermeister Josef Schmidkonz bedankte sich mit einer Broschüre "20 Jahre Grenzübergang Mähring-Broumov" bei Dr. Andreas Peterek.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.geopark-bayern.de/
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