Drama im Königreich

König Mswati III. herrscht über Swasiland. Bild: dpa

Es soll ein Freudenfest zu Ehren des letzten absoluten Monarchen Afrikas sein. Tausende Jungfrauen werden heute für den König von Swasiland tanzen. Nun überschattet ein schwerer Unfall den berühmten Tanz.

Kurz vor einer Tanzaufführung für den König sind in Swasiland einer Menschenrechtsgruppe zufolge 38 Mädchen und junge Frauen ums Leben gekommen. Sie waren am Freitagabend auf der Ladefläche eines Lasters auf dem Weg zum Königspalast, als es zu einem Auffahrunfall kam.

Das Solidaritätsnetzwerk Swasiland teilte am Samstag mit, 20 Mädchen seien zudem teils schwer verletzt worden. Die Gruppe berichtet aus dem Nachbarland Südafrika über das kleine Swasiland - die letzte absolute Monarchie Afrikas.

Rot vor Blut

Die Presse wird in Swasiland zensiert, insbesondere bei Berichten, die auch das Königshaus betreffen. Die nicht staatlich kontrollierte Zeitung "Times of Swaziland" berichtete über den Unfall, sprach aber von nur sieben Todesopfern. Von der Regierung kontrollierte Zeitungen berichteten, die Straße sei am Unfallort rot vor Blut gewesen, nannten jedoch keine Opferzahlen.

Bei dem jährlichen Umhlanga-Tanz (Schilfrohr-Tanz) bereiten sich Tausende Jungfrauen aus dem Königreich im südlichen Afrika eine Woche vor, um in knappen traditionellen Kostümen barbusig vor dem König aufzutreten. Der Tanz soll heute stattfinden. Die Teilnehmerinnen sind zwischen 8 und 22 Jahre alt.

Es wird erwartet, dass der polygame Monarch Mswati III. am Montag eine der Tänzerinnen zur Frau nehmen wird. Bislang hat der 47-Jährige mindestens 13 Frauen, andere Quellen sprechen von 15 Frauen. Der König ist für einen verschwenderischen Lebensstil bekannt, zwei Drittel der 1,4 Millionen Einwohner des Staates zwischen Südafrika mit Mosambik gelten laut Weltbank jedoch als arm.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.