Drei junge Amberger schicken zwei Kameras auf die Reise
36 Kilometer über Amberg

Die Mittagssonne, etwa 36 000 Meter über Amberg. Solche Bilder fing die Kamera ein, die an einem Helium-Ballon hängend bis in die Stratosphäre vordrang. Bild: Privat
Archiv
Deutschland und die Welt
13.03.2015
108
0
 
Die Amberger Stratosphären-Jungs (von links): Daniel Klieber, Andreas Jeziorowski und Sven Weigang. Bilder: Privat
Amberg. (upl) Wie Amberg von oben aussieht, das wissen die meisten mittlerweile. Doch welcher Anblick sich in 36 Kilometern Höhe über dem Mariahilfberg bietet, das hat noch keiner fotografiert. Bis vor wenigen Monaten. Im September vergangenen Jahres schickten Daniel Wiegang (29), Andreas Klieber (28) und Andreas Jeziorowski (28) vom Parkplatz an der Bergauffahrt aus einen mit Helium gefüllten Ballon an den Rand des Weltalls. Im Gepäck: eine eingeschaltete Video- und eine programmierte Fotokamera.

1500 Euro investiert

Die Bilder, die die drei Elektrotechnik- und Maschinenbau-Ingenieure einfingen, sind atemberaubend. Erst jetzt veröffentlichten sie ein vierminütiges Video, das die schönsten Filmsequenzen zeigt - vom Aufstieg in Amberg über das Platzen des Heliumballons auf 36 000 Metern bis hin zur unsanften Landung etwa 30 Kilometer hinter der tschechischen Grenze. "Wir waren schon immer von den Bildern fasziniert, die per Flugdrohnen aufgenommen werden", erklärt Sven. "Irgendwann sind wir im Internet auf ein Video von einem Stratosphären-Flug gestoßen. So etwas in Eigenregie zu organisieren, war unser großer Traum." Ihr Vorhaben packten die drei Freunde mit leidenschaftlichem Eifer an. Die Kameras - beide hatten noch einen Wert von rund 1000 Euro - waren schon vorhanden. Den Latex-Ballon, das Helium, den Fallschirm für die Landung und diverses Zubehör kauften sie für rund 500 Euro dazu. Ein sehr wichtiges Teil war ein Gerät zur Ortung. Nur mit diesem GPS-Sender war es möglich, die von Styropor ummantelten Kameras nach der Landung zu wiederzufinden. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellte.



Gegen Mittag stieg der Ballon über Amberg in die Höhe. "Wir wussten, dass es etwa eineinhalb Stunden dauert, bis die maximale Flughöhe erreicht wird", sagt Daniel. "Da sind wir dann erst einmal was essen gegangen." Die Spannung stieg, als die Jungs zwei Stunden nach dem Start in Svens Wohnung den Computer hochfuhren. Dort sollte das GPS-Signal nach der Landung auftauchen. "Natürlich waren wir sehr aufgeregt. Es hätte ja sein könne, dass alles umsonst war. Aber es hat geklappt." Der Sender meldete Koordinaten, die zu einem Waldgebiet in Tschechien führten.

Einmal Weltall und zurück: Drei Stunden dauert der Film, den die Videokamera vom Stratosphären-Flug aufgenommen hat. Vier Minuten mit den besten Sequenzen haben die Stratosphären-Jungs ins Internet gestellt.


"Wir sind sofort losgefahren und waren dann am späten Nachmittag vor Ort", berichtet Sven. Doch die Suche verlief unerwartet schwierig. Der angezeigte Stelle im Wald war schwer zugänglich. Als sich die drei Kumpel mit Unterstützung einer Freundin endlich durch das Gestrüpp gekämpft hatten, war von der Styropor-Box nichts zu sehen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt. Schließlich sah die Frau im Team das Objekt der Begierde hoch oben in einer Baumkrone hängen. Die Kameras waren, bis auf einen kleinen Kratzer, unversehrt.


Einmal Weltall und zurück: Drei Stunden dauert der Film, den die Videokamera vom Stratosphären-Flug aufgenommen hat. Vier Minuten mit den besten Sequenzen haben die Stratosphären-Jungs ins Internet gestellt. "Wir sind infiziert", sagt Sven. Das nächste Projekt ist bereits in Planung.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.