Drei neue Einbruchsversuche im Nordwesten der Oberpfalz - Polizei: kein Grund zur Panik
Mehr als nur ein Bruch

Ein gekipptes Fenster ist blitzschnell offen. Bild: dpa
Eschenbach/Kemnath. (wüw) Einbrüche haben Konjunktur im Nordwesten der Oberpfalz. Das ist der Polizei in Eschenbach und Kemnath nicht entgangen. Die Verantwortlichen der Inspektionen warnen aber: Bei aller Sorge, für Panik gibt es keinen Grund.

Die Serie reißt nicht ab: Nach den fünf Einbrüchen in Sassenreuth und Metzlasreuth am Wochenende vermeldet die Polizeiinspektion Eschenbach drei neue Fälle: In Troschelhammer blieb es allerdings bei Versuchen. Mit einer Türfallen-Öffnungsnadel, einem stabilen Draht, haben die Täter versucht, den Schließmechnanismus der Tür zu öffnen. "Das funktioniert in der Regel nur, wenn die Tür nicht verschlossen ist", sagt Werner Stopfer. Im Pressather Ortsteil waren die Türen gesichert, die Einbrecher zogen ohne Beute ab.

Kaum Spuren

Vielmehr könne er zu dem Fall gar nicht sagen, die Spurenlage sei schwach, erklärt der stellvertretende Leiter der Eschenbacher Inspektion. Nur ein paar Kratzer an der Tür und eine durchstochene Türdichtung haben die Einbrecher zurückgelassen. "Wir können nicht einmal sagen, wann die Täter vor Ort waren." Es muss wohl in den vergangenen beiden Wochen passiert sein. Gemeldet haben die Hausbesitzer, nachdem die Berichte aus Sassenreuth sie hellhörig haben werden lassen. Die Fälle dort beschäftigten auch Stopfer noch immer. Hier hinterließen die Täter Spuren, die die Polizei nun abarbeitet.

Die Vorgehensweise in der Gemeinde Kirchenthumbach war ungewöhnlich. "Bisher gab es in der Oberpfalz keine solchen Fälle", sagt Stopfer. Die Täter bohrten Fensterrahmen oder die Tür am oberen Rand an, um dann eine Schlinge einzuführen, mit der sie den Öffner bedienten. Die Polizei stehte unter anderem mit einem Fensterbauer in Kontakt, um Hintergründe zu klären.

Extrem vorsichtig

Auffällig sei, dass die Einbrecher extrem vorsichtig vorgegangen sind. "Sie haben sich fast ausschließlich in den Räumen aufgehalten, in die sie einstiegen, andere Zimmer haben sie nicht durchsucht", sagt Stopfer. Es sei ihnen offensichtlich wichtig gewesen, Kontakt mit Bewohnern zu vermeiden. Daraus schließt die Polizei, dass die Einbrecher für die Bewohner nicht gefährlich sind. Stopfer warnt allgemein vor Panik. Nach drei Einbrüchen im Vorjahr habe die Inspektion in diesem Jahr zwar schon 20 Fälle verzeichnet. "Dies hat natürlich eine neue Qualität erreicht", sagt Stopfer. In der Oberpfalz seien die Zahlen im Vergleich zu anderen Regionen immer noch sehr niedrig.

Das bestätigt auch Bernhard Gleißner: Der Chef der Polizeiinspektion Kemnath hat in diesem Jahr vier Einbruchsfälle gezählt, den letzten ebenfalls am Wochenende in Kemnath. "Im Vorjahr hatten wir insgesamt sieben." Er warnt, alleine die Werte der Statistik zu beachten. In der tauchen auch sogenannte Beziehungstaten auf, wenn sich nach einer Trennung ein Ex nochmals Zugang in die einst gemeinsame Wohnung verschafft. "Rechtlich ist das ein Einbruch, aber es ist doch etwas anderes", sagt Gleißner. Weil die Werte niedrig sind, seien prozentuale Ausreißer zudem nicht ungewöhnlich.

Dies bedeute nicht, dass die Polizei die Serie auf die leichte Schulter nimmt. "Wir nehmen die Häufung sehr ernst und tun unser Bestes", sagt Gleißner. Er gibt aber auch zu, dass die Aufklärungsquote niedrig ist. Deshalb sei es wichtig, dass Hausbesitzer es Einbrechern so schwer wie möglich machen. Dafür müssten sie nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Es helfe, Fenster zu schließen und Rollläden nachts herunterzulassen. "Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher ein offenes Fenster", sagt auch Stopfer. Tipps zu mehr Sicherheit gibt es bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Weiden, Telefon 0961/401-258.

In der Regel kenne aber ein Hausbesitzer sein Haus am besten, auch die Schwachstellen. "Jeder sollte darüber einmal nachdenken und entsprechend handeln." Wie leicht sich Einbrecher oft abhalten lassen, zeige die Zahl der gescheiterten Einbrüche, die sei höher als die der erfolgreichen. Ein Täter wolle schnell ins Haus, ohne Lärm zu machen, sagt Stopfer. Eine konsequent versperrte Tür kann da schon reichen, um den Täter aufgeben und nach einer leichteren Beute suchen zu lassen.
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