Drogenfahnder: Sex-Partys von Kartellen bezahlt

Von Drogenkartellen bezahlte Sex-Partys für US-Rauschgiftfahnder kosten die Chefin der Antidrogenbehörde DEA ihren Job. Michele Leonhart (59) werde in Mai ihr Amt aufgeben, kündigte Justizminister Eric Holder am Dienstag an. Er dankte ihr für 35 Jahre "außerordentlicher Dienste" bei der DEA und im Ministerium und nannte sie eine "Vorreiterin für Gleichstellung".

Die Partys fanden laut Ministeriumsbericht in Kolumbien statt, wo die DEA ein großes Büro unterhält. Die Agenten hätten vermutlich gewusst, dass die Prostituierten mit Drogenkartellgeldern bezahlt wurden, heißt es. Die Ermittlungen wurden angestoßen, nachdem Secret-Service-Agenten 2012 vor einem Gipfel in Cartagena Trinkgelage mit Prostituierten veranstaltet hatten. Zu den DEA-Sex-Partys soll es in den Jahren zuvor gekommen sein. Sieben geständige Agenten wurden bis zu zehn Tage suspendiert. Leonhart hatte diese als zu milde kritisierten Strafen bei einer Anhörung im Kongress verteidigt. Der Bericht befasst sich mit 621 mutmaßlichen Fällen sexuellen Fehlverhaltens und Belästigung über vier Jahre bei der DEA, der Bundespolizei FBI, dem Amt für Waffenkontrolle ATF sowie der Justizbehörde USMS. Zum Teil sollen die Ermittlungen auch behindert worden seien.
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