Durch Pannenserie nur "bedingt einsatzfähig"
Grüne: Bundeswehr macht sich zum Gespött

Auch durch die Pannenserie bei der Bundeswehr ließ sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nicht stoppen. Sie flog am Donnerstag ins Krisengebiet im Irak - und kam noch vor den deutschen Waffenlieferungen an. In Erbil sprach sie mit kurdischen Offizieren. Bild: dpa

Defektes Fluggerät, fehlende Ersatzteile - die Materialprobleme der Bundeswehr sind so gravierend, dass sich selbst gestandene Pazifisten langsam Sorgen um die Landesverteidigung machen.

Angesichts der jüngsten Pannenserie bei der Bundeswehr wächst die Kritik an der Beschaffungspolitik des Verteidigungsministeriums - und zwar nicht nur in der Opposition. Eine aktuelle Auflistung des derzeit nicht einsatzbereiten Materials habe "gravierende Mängel offenbart, die mir in dieser Form so nicht bekannt waren", sagte die Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger (Grüne) am Donnerstag. Die Linke erklärte, es sei ein Skandal, dass die Bundeswehr trotz des aufgeblähten Verteidigungsetats nur "bedingt einsatzfähig" sei.

Nach einigen Verzögerungen flog eine Gruppe von Ausbildern der Bundeswehr in den Nordirak. Sie startete am Nachmittag vom bulgarischen Burgas und landete am Abend in Erbil. An Bord der Maschine waren sechs Fallschirmjäger und ein Sanitäter. Das Team, das im Irak kurdische Kämpfer im Umgang mit deutschen Waffensystemen schulen soll, hatte wegen einer defekten Transall in Bulgarien auf eine Ersatzmaschine warten müssen. Die Bundeswehr wartet nach Aussage von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dringend auf die Lieferung des neuen Transportflugzeugs A400M, das die betagte Transall ablösen soll.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), erklärte, die Bundeswehr sei nicht hinreichend auf neue Herausforderungen wie die jüngsten Auslandseinsätze vorbereitet. Er sagte, es mangele besonders an Ersatzteilen. Laut einer Liste, die dem Verteidigungsausschuss des Bundestages am Mittwoch vorgelegt worden war, schränken Mängel an Fahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ein. Deutschland mache sich durch die Pannen bei der Bundeswehr international zum Gespött, sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir. Die Soldaten seien sehr engagiert, doch "das Material könnte vom Schrottplatz kommen".
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