Ebola-Waisen stigmatisiert

Peter Kremsner, Direktor des Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen. Bild: dpa

Die Zahl der Ebola-Toten steigt weiter, auch deutsche Forscher suchen unter Zeitdruck nach einem Impfstoff. Helfer machen auf das Schicksal von Ebola-Waisen aufmerksam: Die Kinder werden ausgegrenzt.

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen Ebola beginnen Mediziner des Universitätsklinikums Tübingen in der kommenden Woche mit einem Test. Die Studie solle zeigen, welche Dosis des Impfstoffes Freiwillige sicher vertragen, sagte der Direktor der Tropenmedizin, Peter Kremsner.

Bei dem Test in Gabun handelt es sich um eine von vier Studien zu diesem Impfstoff weltweit, unter anderem gibt es einen Test am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit 30 gesunden Teilnehmern. Eingesetzt werde ein Mittel, das in Tierversuchen vielversprechende Ergebnisse gezeigt habe. Gabun hat aktuell keine registrierten Ebola-Fälle. An dem Test sollen 60 gesunde Probanden teilnehmen. Der Impfstoff wurde in Kanada entwickelt und enthält ein Gen von Zaire-Ebola-Viren. Es gäbe keine Gefahr, sich zu infizieren.

Die SOS-Kinderdörfer sorgt sich um viele Mädchen und Jungen in Westafrika. "Die verwaisten Kinder werden stigmatisiert", sagte Vorstandsmitglied Wilfried Vyslozil. Dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge haben bei den aktuell etwa 5000 Ebola-Toten mindestens 3700 Kinder in Liberia, Guinea und Sierre Leone einen oder beide Elternteile verloren. Die Kinderdorf-Mitarbeiter versuchen, die Waisen zu identifizieren, damit sie in ihre erweiterte Familie zurückkehren können.

Aktuell betreiben die SOS-Kinderdörfer 15 Einrichtungen in Westafrika, darunter ein Krankenhaus in Liberias Hauptstadt Monrovia. Dort werden nur Erkrankte ohne Ebola-Verdacht versorgt, weil in den vergangenen Monaten viele Menschen an unbehandelten Krankheiten starben. Viele gehen aus Angst, sich mit Ebola zu infizieren, nicht zum Arzt.
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